Last-minute Christmas-DIY Schnelle (und nachhaltige) Weihnachtsideen zum Selbermachen

Da wir Studierenden meistens broke af (superpleite) sind und das Fest der Liebe immer näher rückt, präsentiere ich euch diesmal ein paar schnelle und zum Teil nachhaltige Ideen, die euch auch noch kurz vor der Bescherung den Arsch retten können!
DIY und Upcycling Die fancy Anglizismen DIY, also „do it yourself“ (mach es selbst) und Upcycling, also Wiederverwertung, bauen im Großen und Ganzen auf dem Nachhaltigkeitsgedanken auf. Weniger kaufen, mehr selbst machen oder eben wieder aufwerten. Ich habe mir gedacht, dass ich euch meine Ideen am besten anhand von Beispielen näherbringen kann, und habe darum meine Weihnachtsgeschenke-Liste nach Personen geordnet.
Schwester oder Bruder: Ob groß oder klein – Süßes mag doch eigentlich jeder. Wie wäre es also mit einer Backmischung für Cookies? Hierzu nehmt ihr einfach ein sauberes Weckglas, das sich im Idealfall schon in eurem Besitz befindet. Hinein kommen die abgemessenen, trockenen (!!) Zutaten eures Lieblingsrezepts – Zutat für Zutat, schön geschichtet. Noch einen Sticker drauf geklebt, worauf ihr die Zubereitung schreibt (und was noch dazu kommt, wie Milch, Öl oder Eier) – wahlweise auch als Zettelchen am Geschenkband befestigt und fertig ist die persönliche Keksmischung für euer Geschwisterkind.
Oma: Seit ein paar Jahren ist selbstgemachter Likör nicht nur an Weihnachten der Knaller. Ob ihr Bonbons in Wodka aufweicht oder lieber Schokolikör anmischt, bleibt eurem Geschmack überlassen. Ich entscheide mich für veganen Eierlikör, da er schnell herzustellen ist und super lecker schmeckt. Als Zutaten für eine Flasche benötigt ihr 400 ml Sojapudding Vanille, 200 ml Wodka, 100 g Rohrohrzucker, 2 cl Cointreau, 1 Vanilleschote und 1 Prise Salz (Zucker, Cointreau und Vanilleschote kann man auch mit zwei Päckchen Vanillezucker ersetzen – für euch getestet). Ihr mixt einfach alles so lang mit dem Pürierstab oder im Standmixer, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Mit einem Trichter in eine saubere Glasflasche abfüllen, Etikett drauf, Schleife drum und fertig. Im Kühlschrank hält sich der Likör bis zu 8 Wochen. Vor dem Verzehr nochmal gut durchschütteln!!
Opa: Schon seit ich denken kann, liebt mein Opa Marzipan und was liegt dann näher, als selbst Marzipanpralinen herzustellen? Die Marzipan-Rohmasse bekommt ihr in nahezu jedem Supermarkt. Daraus formt ihr einfach kleine Kugeln, Herzchen, Männchen, … und bestreicht sie mit geschmolzener Schokolade eurer Wahl. Wer keine Lust hat die Schoki langsam im Wasserbad flüssig werden zu lassen, kann sie auch einfach in einer Schale kurz in der Mikrowelle erhitzen. Hierbei müsst ihr nur aufpassen, dass sie nicht anbrennt – das ist mir leider schon öfter passiert. Also lieber erstmal mit der Wattzahl herantasten und niedrig beginnen. Verpackt werden können die Pralinen in einem Weckglas oder einem Holzkarton.
Tante: Für meine Tante möchte ich dieses Jahr etwas neues ausprobieren. Sie liebt Beautyprodukte jeder Art und vor allem ohne Tierversuche. Deswegen werde ich eine Gesichtsmaske oder ein Lipscrub anrühren. Im Internet wimmelt es von Rezeptideen. Ich entscheide mich für die Maske, die den „wachen Teint“ verspricht und rühre fünf Teelöffel Kaffeesatz, einen Teelöffel Honig und einen Teelöffel Olivenöl zu einer homogenen Masse zusammen. Gekühlt kann man sie sicher ein paar Wochen aufheben, aber wie ich meine Tante kenne, wird sie die Maske sofort ausprobieren.
Onkel: Mein Onkel liebt Musik. Vor allem laut und böse. Außerdem schaut er gern Filme und knabbert dazu Chillinüsse und Käsechips. Um dies zu vereinen kam mir die Idee, eine Schalplatten-Schale herzustellen. Auch hierzu gibt es bereits zahlreiche Anleitungen im worldwideweb. Hierzu benötigt man eine alte Schalplatte (vom Flohmarkt, Secondhand-Laden, etc.) und eine größere und eine kleinere hitzebeständige Schale. Den Backofen heizt ihr auf 100 Grad vor und stellt die kleine Schale verkehrt herum hinein und legt die Schalplatte mittig darauf. Nach kurzer Zeit (circa 10 Minuten) beginnt die Schalplatte weich zu werden und sich zu verformen. Nehmt sie vorsichtig heraus und biegt sie euch (mit Handschuhen) zurecht, wie ihr mögt. Anschließend stülpt ihr die größere Schale verkehrtherum darüber, um die Form zu fixieren. Lasst alles gut abkühlen und befüllt es anschließend mit selbstgemachten Plätzchen oder eben den Lieblingschips eures Onkels.
Cousine: Zu meiner Cousine habe ich einen besonders engen Draht. Auch wenn sie sehr weit weg wohnt, sind wir uns sehr nah. Vor einiger Zeit erzählte sie mir sogar, dass ich ihr role-model (Vorbild) sei. Da sie genauso gern wie ich liest, werde ich ihr ein Buch schenken, welches mir besonders gefällt und Randnotizen hinzufügen, wie beispielsweise besonders toll formulierte Stellen oder Methapern zu unseren Leben etc. Ich finde, dies ist eine sehr persönliche und schöne Idee.
Cousin: Mein Cousin badet auch fast noch bei Minusgraden im See – wie es sich eben für einen echten Schweden gehört. Da im Winter sein bevorzugter Badeort die Badewanne ist, werde ich sprudelnde Badebomben selbst herstellen. Damit kann man ihm die größte Freude bereiten. Die Hauptzutaten hierbei sind Natron, Zitronensäure und Stärke und je nach Belieben können Öle wie Olivenöl oder ätherische Öle hinzugefügt werden. Um die Badekugeln noch schöner aussehen zu lassen, kann man die Masse auch teilen und mit verschiedenen Lebensmittelfarben einfärben oder mit Blütenblättern füllen. Ich bin gespannt, ob ihm das Ergebnis meines Experiments gefallen wird.
Partner: Dem eigenen Partner etwas zu schenken bereitet den meisten meiner Mitmenschen die größten Sorgenfalten. Es soll etwas Einzigartiges und Tolles sein, aber nicht komplett das Monatsbudget sprengen. Deswegen kommt das Sponsoring einer gemeinsamen Reise erst nach dem Abschluss meines Studiums in Frage. Doch wie wäre es mit anderen gemeinsamen Aktivitäten? Beispielsweise könntet ihr ein verschließbares Glas mit kleinen Gutscheinen (auf Zettelchen geschrieben) für einen langen Spaziergang, eine Massage, ein Frühstück im Bett oder die erste Kugel Eis des neuen Jahres beschreiben. Hierbei sind eurer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Ich würde es auch schön finden besondere Momente aufzuschreiben, an die man sich dann gemeinsam erinnern kann. Noch eine Nummer emotionaler ist der Wertschätzungsbrief. Bei diesem Brauch schreibt man sich auf, warum man überhaupt zusammen ist und was man besonders an dem Partner schätzt. Sehr romantisch und sogar kostenlos!
Schwiegereltern: Das Thema Schwiegereltern ist ja immer eine Sache für sich. Am besten keine Pflegeprodukte, aber immer nur Süßes und Alkohol ist auch langweilig. Also mache ich wie letztes Jahr eine Runde Gewürzöl. Hierbei braucht ihr eine saubere Glasflasche und normales, am besten geschmacksneutrales Pflanzenöl (Sonnenblumenöl reicht völlig aus, da es ja eben noch verfeinert wird). In die Flasche gebt ihr nun Gewürze wie getrocknete oder auch frische, abgewaschene und gut abgetrocknete Kräuter, bunte Pfefferkörner, Knoblauchzehen oder getrocknete Tomaten. Anschließend gießt ihr das Öl darüber und verschließt es gut. Am besten schmeckt das Öl, wenn es circa zwei bis drei Wochen an einem dunklen und kühlen Ort gezogen ist. Falls ihr es kurz vor dem Verschenken zubereitet, sagt ihr dies einfach dazu – kein Problem.
Zeit statt Zeug
Eltern: Für meine lieben Eltern habe ich mir etwas Besonderes ausgesucht. Die Initiative „Zeit statt Zeug“ setzt sich für mehr gemeinsame Zeit, anstelle des Verschenkens sinnloser Konsumgüter ein. So ist ein Waldspaziergang viel kostbarer als das zehnte Parfum. Auch Zeit kostet Geld und wird nach und nach zu einem immer wertvolleren Gut. Frei nach dem Motto „Collect memories, not things“ möchte ich viel lieber Zeit mit meinen Eltern verbringen, als sie immer mehr mit Büchern, die sie eh nicht lesen oder Sachen, die sie sowieso nicht anziehen, zuzumüllen. Wichtig ist, dass man gleich einen Termin und ein festes Vorhaben ausmacht, da dieser Gutschein ansonsten wie etliche andere nichteingelöste Gutscheine in einem Schrankfach verschwindet.
Schrottwichteln
So ziemlich jeder kennt wohl den Brauch des Schrottwichtelns!? Bei der Familie meines Freundes haben wir das letztes Jahr perfektioniert und haben mehr oder weniger Sinnloses, was uns im Haushalt im Wege stand oder einfach nicht mehr glücklich machte (Marie Kondo – Magic Cleaning !!), schick verpackt zu den Schwiegereltern geschleppt. Um das Wichteln noch etwas spannender zu gestalten, haben wir alles unterm Baum drapiert und der Würfel ging reihum – wer eine sechs erzielte, durfte aussuchen. So ging dies immer weiter, bis jeder ein Päckchen in der Hand hielt.
Anschließend stellten wir den Timer auf fünf Minuten und diverse Regeln wie „bei einer drei rutscht jedes Päckchen eins nach links“, „bei einer vier um je eins nach rechts“, „bei einer eins muss getauscht werden“ etc. traten in Kraft. Diese müssen jedoch vorher besprochen werden, da bei jüngeren Mitspielern der Spaß ebenso schnell in Tränen enden kann.
Wenn die Zeit abgelaufen ist, wird wieder reihum gewürfelt, bis man eine sechs (auspacken!!) bekommt. Hier ist meist das Gelächter groß, doch bedacht werden sollte schon vorher, dass man nur Sachen verschenkt, die man übrig hat und nichts Neues kauft, da sonst der Spaß verloren geht. Das beliebteste Geschenk in unserer Runde war ein altes „Malen nach Zahlen“-Spiel, das noch mit D-Markpreis ausgezeichnet war.
Danach folgt noch eine fünfminütige Runde „Tauschen“, um die Spannung auf den Höhepunkt zu treiben. Was jeder danach vor sich liegen hat, muss er auch behalten und mit nach Hause nehmen. Glaubt mir – der Spaß ist grenzenlos und ich freue mich schon riesig auf das diesjährige Schrottwichteln!
Josefine Lietz