10 Gründe für ein Auslandssemester, die du lieben wirst!

1. Zuerst natürlich ganz klar: der Studienaspekt. Du wirst in jeglicher Hinsicht davon profitieren, eine Weile im Ausland studiert zu haben. Du lernst ein neues universitäres System kennen, studierst in einer anderen Sprache, lernst Inhalte, deren Schwerpunkte es nur an deiner Wahluni im Ausland gibt, konfrontierst dich mit anderen Prüfungsleistungen, kannst dir diese im besten Fall zurück in Würzburg sogar anrechnen lassen und entdeckst eine neue Lernatmosphäre. Wer weiß, vielleicht erwischt es dich ja so gut wie mich in Südengland? Die University of Chichester schaut doch fast aus wie ein kleines Schloss, oder?
2. Einmal einen Studienort ausgesucht, bleiben die meisten Studierenden diesem auch treu. Man kennt sich aus, weiß, wo alles liegt, und fühlt sich heimisch. Doch immer dieselben Straßen, dieselben Leute und dieselben Events? Irgendwann ist es auch einmal gut! Das schreit doch förmlich nach Tapetenwechsel. Du wolltest schon immer in einer Millionenstadt studieren, aber für das ganze Studium ist es dir zu teuer? Du sehnst dich nach hohen Bergen, frischen Wäldern oder dem Meer vor deiner Haustür? Du bist genervt von zu vielen Studenten und suchst eine kleinere Stadt? Mit der Wahl deiner Universität für dein Auslandssemester hast du es wieder neu in der Hand, dich für einen, vielleicht ja ganz anderen Wohnort zu entscheiden. In meinem Erasmus-Semester in Südengland habe ich es am allermeisten genossen, mit dem Bus nur wenige Minuten vom Meer entfernt zu sein und schwärme selbst jetzt noch davon.
3. Nicht nur auf der Straße, in der Uni, im Supermarkt oder Bus, sondern auch Tür an Tür bist du von den Einheimischen deines Wahllandes umgeben. Im Urlaub lernt man sicherlich auch Menschen und Kulturen kennen, aber nur durch diesen intensiven Kontakt durch Kommilitonen und Mitbewohner lernst du die richtigen Eigenheiten, Besonderheiten und Liebenswürdigkeiten des Landes kennen. So viele Nerven mich meine Mitbewohner in England auch gekostet haben und so oft ich mich auch über sie und ihre Gewohnheiten gewundert habe, es war eine der besten Erfahrungen während des Auslandssemesters. Wir haben wirklich viel zusammen gelacht, gequatscht und miteinander Zeit verbracht. Durch dieses intensive Zusammenleben weiß ich genauestens über die Essgewohnheiten englischer Studenten Bescheid, kenne die bei ihnen vorhandenen Finanzierungsmethoden des Studiums bis ins kleinste Detail, habe hautnah die Wochen eines britischen Erstis mitverfolgen können und bin bestens über Campusregeln informiert, die niemals offiziell irgendwo zu lesen sein werden. Ganz nebenbei bist du natürlich auch immer
Repräsentator deiner Uni und deines Heimatlandes. So kannst du ganz nebenbei Klischees aufrollen und erklären, warum du „Hambürger“ so witzig findest.
4. In einem anderen Land siehst du plötzlich so viele Möglichkeiten und es ist auch endlich Zeit, sich der ein oder anderen Traumerfüllung hinzugeben. Vielleicht möchtest du schon immer eine bestimmte Sehenswürdigkeit besuchen, an einem Kurs im Maskenbildnern partizipieren, einen Helikopterflug machen, BungeeJumping ausprobieren oder wie ich die Warner Bros. Studios in London aufsuchen. Mich dort für einen Tag wie in einem Harry Potter Film zu fühlen, war mein Traum, den ich mir erfüllt habe. Wovon träumst du?
5. Du besuchst jedes Wochenende eine andere Stadt, machst unter der Woche Ausflüge, fährst für ein langes Wochenende ins Nachbarland. Egal was, Wanderlust wird im Auslandssemester ganz groß geschrieben. Ich denke, das hat mehrere Gründe: zum einen hat der im Ausland Studierende meist mehr Zeit durch weniger Kurse an der Uni und weniger Verpflichtungen als Zuhause. Du bist nicht in irgendeinen Alltag gefangen oder siehst regelmäßig dieselbe Truppe an Freunden. Du bist neu in der Stadt und wirst kreativ! Langsam wird sich vom eigenen Studienort zur nächsten Stadt, zur Hauptstadt, zum Wochenendtrip vorgearbeitet. Am Ende des Semesters können viele Studierende sagen, dass sie die gesamte Umgebung ihres Wohnortes auf Zeit in- und auswendig kennen. Aber Achtung: die im Ausland gewonnene Reiseeuphorie hält darüber hinaus an!
6. Weit weg von Zuhause, ist natürlich eines besonders wichtig: Herzensmenschen an deiner Seite zu haben! Egal, wo auf dieser Welt, es gibt überall tolle Menschen, die gerne kennengelernt werden wollen. Gerade in WGs, in Erasmusgruppen oder Ähnlichem geht das auch so viel schneller, als jemals vorher gedacht. Du freundest dich mit Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern an, hörst ihre Geschichten, ihren Träumen und Ideen zu, fährst zusammen zu den verschiedensten Orten und hast eine unbeschreiblich tolle Zeit zusammen. Das noch viel Schönere daran ist, dass Freundschaften auch über die Zeit im Ausland hinaus bestehen bleiben können. Somit ist unser Auslandssemester in Form unserer Freunde immer ein Teil von uns.
7. Erst wenn man einmal weg von Zuhause ist, fällt einem oft auf, was man ungern missen möchte oder woran das Herz hängt. Erst in England habe ich einen Einkauf bei Lidl als so wundervoll empfunden. Als wir mit unseren vollbepackten Rucksäcken nach Hause gelaufen sind, war die Ausbeute wie Heimat im Gepäck. Und genau dieses schadet nie, denn ein Stück Komfortzone darf sich jeder eingestehen. Außerdem sind ein oder zwei Semester schneller vorbei, als gedacht. In Zeiten von Videoanrufen und Billigairlines sind die Liebsten schneller als jemals zuvor erreichbar. Gerade wer sich für ein Auslandssemester innerhalb Europas entscheidet, sollte sich nicht wundern, wie oft dann doch Besuch vorbei schneit.
8. Du bist ganz neu in der Stadt, dich kennt keiner, niemand erwartet etwas von dir, du musst selbstständig deinen Alltag meistern, dich in der Uni zurecht finden, an Kursen und Prüfungen teilnehmen, dich unter Menschen mischen und dir einen neuen Lebensabschnitt aufbauen. Diese und noch viele weitere Punkte führen dazu, dass du einen riesigen Sprung nach vorne machst. Deine Persönlichkeit wird sich entwickeln, du wächst an deinen Aufgaben und stärkst dein Selbstbewusstsein. Du nimmst dich in dir fremder Umgebung und im Austausch mit anderen ganz neu wahr. Durch die neue Situation findest du vielleicht auch Platz für Auszeiten, um zu reflektieren und über dich hinauszuwachsen.
9. Egal, ob Mandarin, Englisch, Tschechisch, Norwegisch, Portugiesisch, Suaheli oder Spanisch: Sprachkenntnisse haben nur Vorteile und dabei ist es auch ganz egal, für welche Sprache du brennst. Vor Ort kannst du auf Märkten mitfeilschen, mit deinen Nachbarn plauschen, weißt im Supermarkt, was genau du einkaufst, und findest dich im Nah- und Fernverkehr zurecht. Selbst, wenn du nur die Basics einer Sprache erlernst, wird es schnell hierfür ausreichen. Bist du etwas ambitionierter oder verfügst schon über Vorkenntnisse in der Sprache können dir diese auch in der beruflichen Zukunft in die Karten spielen. Im späteren Berufsleben bringt den meisten Absolventen nicht nur im Lebenslauf, sondern auch im Arbeitsalltag eine Fremdsprache einen erheblichen Mehrwert. Gerade auf Grund der Globalisierung ist alles mittlerweile so eng miteinander vernetzt, dass es nur mit mehr als der Muttersprache geht. Außerdem ist es auch einfach schön, wenn man selbst wieder durch das Land reist, sich die eigenen Sprachkenntnisse zum Vorteil zu machen und beispielsweise den Freunden das Essen zu bestellen.
10.Time is running! Und genau deshalb wird dir deine Zeit im Ausland auch viel zu schnell vorbeigehen. Kümmere dich am besten so schnell wie möglich um eine Verlängerung. Falls das nicht mehr möglich ist, denke daran, die Erinnerungen und Erfahrungen haben dich nicht nur während deines Auslandssemesters geprägt. Diese besonderen Momente bleiben dir erhalten. Schreibe dir vielleicht die ein oder andere besonders lustige, komische oder verrückte Geschichte auf oder erzähle sie, zurück Zuhause, so oft, bis alle total genervt von dir sind, weil jeder deiner Sätze mit „also in meinem Auslandssemester“ anfängt. Kann dir aber auch gleichgültig sein, immerhin sind es für dich nicht nur irgendwelche Storys, sondern wahrhaftige Erlebnisse, das echte Leben eben.
Helena Klöhr