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Die Qual der Wahl

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Wie treffe ich richtige Entscheidungen?

Aufstehen, Anziehen, Kochen. Jeder Tag bringt neue Aufgaben und Herausforderungen mit sich. Um diese zu bewältigen bedarf es täglich mehrerer, unterbewusster Entscheidungen, bei welchen wir immer möglichst weise wählen sollten, damit wir hinterher nicht enttäuscht zurückblicken. Doch was, wenn aus Entscheidungsfreiheit, ein Entscheidungszwang wird? Gibt es eine Möglichkeit am Ende die „richtige“ Wahl zu treffen? Und gibt es die „richtige“ Entscheidung überhaupt?

Schon die trivialsten Dinge, wie die Wahl des richtigen Outfits oder der passende Radiosender, schaffen es oft uns in den Wahnsinn zu treiben. Wir suchen verzweifelt nach einer Lösung, bis unsere Geduld am Ende ist und wir zu irgendeiner halbwegs zufriedenstellenden Alternative greifen. Das mag hier funktionieren, doch bei großen, wichtigen Entscheidungen schieben wir die Zuständigkeit meist auf die lange Bank, bis wir ihr schließlich nicht mehr aus dem Weg gehen können. Das belastet und zwar nicht wenig. Es sind vor allem die negativen Folgen, die wir uns ausmalen und vor denen wir uns fürchten. Große Entscheidungen wie die Wahl des Studiums oder des richtigen Berufs beschäftigen uns somit teilweise ewig. Während viele bei banalen Entscheidungen gerne einmal auf den klassischen Münzwurf zurückgreifen: Man benennt die beiden Möglichkeiten nach den Symbolen der Münze und wirft sie. Bereits vor dem Aufkommen der Münze, hofft man oft auf das Eintreffen der Sache, die einem von vornherein eher zusagt. Bedarf es bei ernsthaften Fragen meist mehr als einen simplen Münzwurf. Um beispielsweise zu wissen, welches Studium man wählen möchte, muss man sich generell erst einmal fragen, was man sich von seinem eigenen Leben erhofft. Was einem wirklich wichtig ist und wie ein Lebensentwurf aussehen könnte. Alle, denen die
Beantwortung dieser Frage schwer fällt, sollten sich einmal 1-2 Tage Zeit nehmen und von allen anderen Einflüssen isolieren. In dieser Zeit merkt man oft schnell, was man vermisst und welche Leidenschaften und Interessen man besitzt. Danach sollte man sich selbst ausprobieren und neue Ideen, sowohl rational als auch gefühlstechnisch durchspielen. Hierbei gilt es vor allem Mut dazu zu entwickeln, auch mal eine Fehlentscheidung einzugehen. Der Umgang mit Fehlern stellt sich als essentiell heraus, um nicht an falschen Entscheidungen zu scheitern. Hinterher bereuen wir nichts mehr, als eine vertane Chance. Humor und Schadenfreude eignen sich übrigens bestens, um mit Fehlern umzugehen. Wenn man stehen bleibt und sich setzt, fällt man zwar nicht, aber man kommt auch nicht vorwärts.

Zum Schluss bietet es sich an, das Umfeld in den Entscheidungsprozess mit einzubinden. Der Rat eines engen Vertrauten oder besser eines Spezialisten darf und sollte gerne beachtet werden. Je mehr Eindrücke, desto eher entgeht man einer einseitigen Betrachtung des Themas. Aber Vorsicht:
Es ist ratsam abzuwägen, wie man die anderen Meinungen für sich einordnet und nutzt, denn schlussendlich liegt die Entscheidung doch immer bei uns selbst. Niemand kann sie uns abnehmen oder sie in einem gerechten Umfang für uns treffen. Deshalb gilt: Bei essentiellen Fragen sollte die finale Entscheidung ganz alleine bei dir liegen, es ist dein Leben und nicht das eines anderen. Um nicht der Qual der Wahl zu unterliegen, solltest du dir also bei wichtigen Entscheidungen, wie der Studiums- /Berufswahl vorab Zeit und Raum geben, um dich selbst kennenzulernen und deine Leidenschaften zu entdecken. So kannst du die Vielfalt der Möglichkeiten besser für dich nutzen. Da man sich aber nicht immer „richtig“ entscheiden kann und Fehltritte zum Leben dazu gehören, solltest du lernen mit Fehlentscheidungen umzugehen und dich nicht an ihnen aufhängen. Lieber etwas zu viel ausprobiert, als voreilig ausgeschlagen, denn dann hast du es immerhin versucht.

Marcel Dinkel