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Fragen an uns, Fragen an euch

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Arabs for Black Power (Quelle: Privat)
Arabs for Black Power (Quelle: Privat)

Liebe nicht-Schwarzen Brüder und Schwestern of Color,

Bereuen wir es, das N-Wort immer mitgerappt zu haben? Klar, manche von uns werden Schwarzkopf genannt, aber wissen wir nicht eigentlich, dass nicht jeder Rassismus gleich ist? Dass dieses Wort nicht uns gehört?

Wie fühlen wir uns? Wenn wir Malcom X und Mohammad Ali zitieren, sie als unsere ganz eigenen Symbole des Islams missbrauchen und weghören, wenn mal wieder ein Amca was Rassistisches über schwarze Menschen sagt? 

Fühlen wir was? Was fühlen wir? Was denken wir? Warum fällt uns das Ignorieren so leicht.

Das Sprechen so schwer, wenn es nicht um uns selbst geht?

Wir nennen uns brown und PoC und scheinen vergessen zu haben, dass uns diese Begriffe die Black Power Movement gegeben hat, weil sie uns mitdachte, als wir daran scheiterten schwarze Menschen mitzudenken. Wissen wir nicht eigentlich, dass es die Brown Berrets und die Yellow Perril nicht gäbe ohne die Black Panthers? Wissen wir nicht eigentlich, dass Schwarze Kultur Rap mit uns teilte und uns beibrachte, unsere oralen Kulturen als Widerstand zu verwenden? Wissen wir nicht, dass sich Schwarzer Widerstand schon von Beginn an mit dem Palästinensischen und vielen anderen Kämpfen solidarisierte? Wissen wir nicht, dass sie sich Rechte erkämpften um sie mit uns, den anderen nicht-Weißen, zu teilen? 

Wir tun so als wüssten wir es nicht, wenn uns wieder die Medaille der Musterintegration gereicht wird. Wir sind still über die unmenschliche Behandlung schwarzer Menschen in den Ländern aus denen unsere Eltern oder Großeltern kamen. Wir reden so gerne über unsere Unterdrückung, sind aber froh, wenn wir nicht direkt als Ausländer enttarnt werden. 

Wissen wir nicht -eigentlich wissen wir es-, dass es nicht reicht für uns selbst Aufzustehen, dass nach Hanau nicht die weiße Mehrheit, in die wir uns so gern integrieren wollen, neben uns stand, sondern schwarze Communities und andere Communities of Color? Wir wissen, dass wir niemals frei sein können, wenn nicht alle von uns frei sind. 

Dear white people,

Was denkt ihr euch eigentlich dabei, wenn ihr versucht mit uns über BPoC zu lästern, die sich eurer Ansicht nach nicht so gut anpassen, während ihr uns auf die Schulter klopft?

Was erwartet ihr? Sollen wir uns bedanken, dass ihr uns die Hand gebt, während ihr auf unsere Geschwister tretet? 

Wenn ihr euch über zu radikale Antirassist_innen beschwert und die Ausartung der Demonstrationen in den USA erwähnt und uns sagt, dass ihr die Bewegung ernster nehmen würdet, wenn sie doch nur friedlich wäre, verdrängt ihr dann, dass ihr auch King erschossen habt? 

Mich interessiert es ehrlich gesagt auch nicht mehr, was ihr von unserem Widerstand haltet, 

weil während ihr euch beim Barbier einen Haftischnitt gönnt und unsere Musik ballert, kriegt ihr Angst, wenn wir mit lautem Bass an euch vorbei rollen. 

weil während Solingen, Hanau und Celle für euch nur Städte sind, habe ich brennende Häuser vor den Augen, höre ich Schüsse, spüre ich einen Messerstich in meinem Bauch. 

Erzählt uns Nichts von euren positiven Erfahrungen mit der Polizei,

während wir zum gefühlt hundertsten Mal ohne Grund kontrolliert werden, 

während wir verdächtigt werden, wenn wir doch selbst die Polizei gerufen haben, während ihr eure Black Lives Matter Schilder auf dem Nachhauseweg entsorgt, während wir stundenlang verhört werden. 

Glaubt uns doch wenn wir sagen Pigs sind Haram und schließt euch uns an, oder lasst uns einfach machen.

Danyel Büyükaşık