Lockdown an, Leben aus?

Der neue Lockdown steht an. Es ist kalt, die Tage kurz. Wieder einmal heißt es Kontakte meiden und Zuhause bleiben. Das heißt viel Zeit, die man irgendwie rumbekommen muss. Aber was machen, damit einem nicht die Decke auf den Kopf fällt? Weil alleine sein ganz schön langweilig sein kann, wollten wir wissen, wie ihr mit der aktuellen Situation umgeht. Wir haben euch gefragt, wie ihr euch gerade beschäftigt. Was sind eure Tipps gegen Langeweile im Lockdown? Viele, tolle Nachrichten haben uns erreicht, die wir euch jetzt natürlich nicht vorenthalten möchten.
„Nachdem jeder Raum unserer Wohnung geputzt und aufgeräumt, der Kleiderschrank nach Farben und die Bücher alphabetisch sortiert, die Puzzle gepuzzelt und alle Haare einmal geschnitten wurden, gingen uns langsam die Ideen aus.“- Mia
Die Clubs sind geschlossen, alle Festivals abgesagt. Aber eines das wollt ihr euch nicht nehmen lassen. Was unter normalen Bedingungen schon Laune gemacht hat, bockt sich dann bestimmt auch im Lockdown. Ganz nach dem Motto „Bier kalt stellen ist ja auch irgendwie kochen“, lasst ihr euch auch jetzt nicht die Feierlaune nehmen. Also wird erst einmal ordentlich geballert. Egal ob alleine oder mit den Mitbewohner*innen. Heute noch einmal schnell dem Alltag entfliehen. Tristesse ist morgen wieder angesagt.
Viele alltäglichen Dinge wurden für mich durch Corona zu Besonderheiten, wie Essen gehen und mehrere Freunde treffen. Also auch wenn mir persönlich die Einschränkungen gerade nicht leichtfallen, so finde ich das man Vieles jetzt mehr zu schätzen weiß, weil es gerade eben nicht so alltäglich ist.“ – Nina
Andere wählen einen etwas gesünderen Weg und versuchen sich mit Sport abzulenken. Eine alte Weisheit für Sommersportarten besagt, Weltmeister werden im Winter gemacht. Wer jetzt mit dem Joggen anfängt, für den springt im Sommer vielleicht nicht sofort eine Goldmedaille heraus, ein gutes Gefühl etwas für den Körper getan zu haben aber alle Mal. Egal ob Laufen, Yoga oder Pilates vor dem Laptop. Auch zuhause kann man ganz schön ins Schwitzen kommen
Jede Zeit brauch seinen eigenen Soundtrack. Unter den Top100 Charts ist aber leider keiner dabei? Auf die Frage nach Tipps gegen Langeweile wurde uns geraten nach neuer Musik zu suchen. Jetzt hast du schließlich die nötige Zeit, um dich auf die Suche zu machen. Genug, um dich durch verschiedene Playlisten zu hören. Genug, um die eigene Spotify Playliste auf Vordermann zu bringen. So viele tolle Schätze verbergen sich irgendwo da draußen. Los! Sie warten nur so darauf von dir entdeckt zu werden. Irgendwann blickst du dann zurück und wirst dir denken: „Dieser Song hat mich durch diese Zeit gebracht“.
„Ich habe ganz neue Orte in und um Würzburg für mich entdeckt! Einfach mal loslaufen, ohne Ziel und mit guter Musik auf den Ohren. Kopfhörer ein, Welt aus.” – Lea
Fleißig bildet ihr euch weiter, vergrößert euren Horizont und entdeckt neue Dinge. Aber genauso steht altbewährtes hoch im Kurs. In der Küche geht es ordentlich zur Sache. Wie praktisch, Weihnachten steht vor der Türe. Über ein paar selbst gemachte Plätzchen freut sich mit Sicherheit auch jeder. Der alte Klassiker, das Bananenbrot wurde schon im ersten Lockdown optimiert, jetzt wird sich aber nicht nur in der Küche neu erfunden. Die alte Efeu Tute strahlt im neuen Glanz. In der neu gebastelten Macramé Blumenampel kommt sie so richtig zur Geltung. Auch die alte, verstaubte Gitarre in der Ecke dient nicht mehr nur der Dekoration. Alte Leidenschaften werden genauso wieder entfacht wie neue entdeckt werden.
Bei all der Zeit, die man jetzt zuhause verbringt, sind auch wieder Gesellschaftsspiele hoch im Kurs. Sollten deine Mitbewohner*innen nach der 5. Partie Risiko keine Lust mehr auf dich haben spendet das Internet immer noch Trost gegen Einsamkeit. Irgendjemand hat immer Zeit für eine Runde „Among us“ oder einen kleinen Tratsch per Video Anruf.
Aber ihr powert euch nicht nur aus, seid kreativ und sozial, sondern nutzt die Zeit auch, um zur Ruhe zu kommen. Der normale Alltag ist schließlich voll von Stress, ein Termin jagt den nächsten und immer neue Eindrücke und Reize fallen über uns herein. Das öffentliche Leben wurde auf ein Minimum reduziert, das Leben spielt sich fast nur noch in den eigenen vier Wänden ab. Von all dem Trubel des Alltags entfernt habt ihr angefangen Tagebuch zu schreiben, zu meditieren, führt ein Traumprotokoll und fasst euch nach langer Zeit mal mit euch selbst auseinander.
„Schönes auf Morgen oder in die fernere Zukunft zu verschieben hat sich dieses Jahr ganz klar nicht ausgezahlt, nicht nur weil davon durch Corona auf einmal das meiste unmöglich wurde. Ich lebe viel mehr im hier und jetzt und versuche jeden Tag richtig zu genießen.“ – Sophia
So langweilig wie befürchtet ist es euch dabei auch gar nicht. Kreativ sucht ihr nach immer neuen Beschäftigungen und findet dabei auch Freude in kleinen Dingen. Falls ihr doch mal nicht wisst was mit euch anzufangen ist, solltet ihr jetzt genug Inspiration haben, um euren Alltag mit Freude zu füllen. So trostlos wie er manchmal gerade erscheint muss er nämlich überhaupt nicht sein.
Frederik Herrmann und Christina Lutzenburger