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Auch mal gute Nachrichten

Blogvon Anna-Lisa La Rocca

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„Ich habe große Angst, wir haben das nicht erwartet“ (Spiegel, 20.09.21) über einen Vulkanausbruch auf den Kanaren.
„Buschbrände: Zahl der Koalas in Australien sinkt rapide“ (zeit.de, 20.09.21) nach den Waldbränden in Australien.
„Rechtlich äußerst fraglich“ (tagesschau.de, 20.09.21) ist die Arbeit der FIU Geldwäsche- Ermittlungsgruppe.

Eins haben alle diese Nachrichten aus der ganzen Welt gemeinsam – egal, ob man sich durch die Tagesschau, in Tageszeitungen oder über Online-Medien nach seinen Schlagzeilen umsieht: Die  meisten sind schlecht. Denn das menschliche Gehirn reagiert stärker auf schlechte Neuigkeiten als auf gute. Laut Dr. Maren Urnen kann man das zurückführen bis zur Steinzeit, in der ein verpasstes Anzeichen für schlechtes Wetter einen das Leben kosten konnte. Eine verpasste gute Nachricht hingegen ist für den Menschen ärgerlich, aber nicht überlebensnotwendig. Daher ist der Mensch anfälliger für schlechte Neuigkeiten und verdrängt gute Neuigkeiten eher schneller wieder aus seinem Gehirn.
Wenn man dann nicht mehr aufhören kann und sich von einer schlechten Nachricht zur nächsten klickt, nennt man das „Doomscrolling“. Das führt häufig dazu, dass wir hilflos vor unserem Bildschirm oder der Tageszeitung sitzen und uns fragen, was wir eigentlich noch tun können. Denn wir Menschen als soziale Wesen profitieren genauso davon, Anderen zu helfen, wie die Menschen, denen geholfen wird, indem wir uns selbst dabei gut fühlen. Genau dieser Aspekt fällt weg, wenn man vom Doomscrolling betroffen ist, weil es einem dann so vorkommt, als könnte man sowieso nichts mehr gegen all das Schlechte auf der Erde ausrichten. Viel übrig bleibt uns da nicht, wenn man sich in einem Kreislauf des Doomscrolling befindet: Zum einen soll man sich darüber bewusstwerden, dass einem die Welt in diesen Momenten so viel schlechter vorkommt, als sie eigentlich ist und sich seine bevorzugten Medienkanäle danach aussuchen, dass sie zu einem passen.
Zum anderen kann man sich aber auch ganz bewusst mit guten Neuigkeiten umgeben. Dafür gibt es inzwischen sogar News-Seiten wie zum Beispiel das @goodnewsmagazine auf Instagram oder nur-positive-nachrichten.de, die sich darauf spezialisiert haben, gute Neuigkeiten in die Welt zu tragen.
Bevor ihr nun wieder in der Einöde der schlechten Nachrichten versinkt, könnt ihr hier nun auch noch einige gute Neuigkeiten aus aller Welt der letzten Zeit verfolgen:

Fahrradparkhaus in Amsterdam

Autos sind in der Innenstadt Amsterdams eine Rarität geworden. Die meisten Bewohner sind mit dem Fahrrad unterwegs und genau deshalb werden nun 100.000 neue Parkplätze in Form eines Fahrradparkhauses geschaffen. Dieses soll im Wasser gebaut werden und zwar ohne dabei Lebensraum zu beschädigen. Ganz im Gegenteil: Das Parkhaus soll so gebaut werden, dass es die Funktionen des Lebens im Wasser unterstützt. Auch bei den Bauarbeiten, die bis 2025 abgeschlossen sein sollen, soll der Unterwasserteil der halbschwimmenden Kultur nur minimal gestört werden.

Kiwis singen und nicht nur bei Harry Styles
Ähnlich wie bei Harry Styles’ Lied geht es hierbei nicht um die Frucht Kiwi, sondern um den Neuseeländischen Vogel. Der Kiwi gilt als das Nationalsymbol Neuseelands und immer noch als stark gefährdet. Dennoch konnten Tierschützer der Kiwi Coast im Norden der Insel wieder ihren Ruf hören, was dafür spricht, dass die Kiwis sich so weit erholt haben, dass sie sich sicher fühlen. Sie bauen ihre Nester aufgrund ihrer Flugunfähigkeit auf dem Boden, weshalb sie eine leichte Beute für eingesiedelte Raubtiere darstellen. Durch die 2016 von Tierschützern errichteten Schutzzonen ist die Population der Kiwis bereits wieder auf 70.000 in freier Wildbahn gestiegen.

Thrift Shopping jetzt auch bei C&A

In Hamburg Altona im C&A wird nun in einem Pilotprojekt Second-Hand Mode angeboten. Durch eine Kooperation mit dem Online-Modegeschäft für gebrauchte Kleidung „Carou“ hängen Second-Hand-Marken nun auch im Geschäft. Ob dies fortgesetzt und auf weitere Filialen ausgeweitet wird, hängt davon ab, wie das Projekt bei den Kunden ankommt.
Dennoch gab es bei C&A bereits vorher nachhaltige Mode aus Biobaumwolle und auch ihr seit 2018 laufendes „We take it back“-Programm, bei dem man seine aussortierten Klamotten gegen einen 10% Gutschein eintauschen kann, sprechen für ihr Handeln gegen Fast Fashion.
Egal, ob ihr vom Doomscrolling betroffen seid oder nicht, ein paar gute Neuigkeiten können niemandem schaden. Wenn wir diesen gleich ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken, machen sie uns nicht nur Freude, sondern erinnern uns direkt daran, dass nicht alles auf der Welt so schlecht ist, wie es mit dem ersten Blick in den Mediendschungel scheinen kann.

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