Der Sinn unseres Daseins
Natürlich kann uns jetzt viel nachgesagt werden, weil wir die Mitglieder des Sprecherinnen- und Sprecherrates sind, aber ja, wir finden die Existenz dieses Gremiums und die der gesamten Studierendenvertretung sinnvoll und notwendig. Reicht das nicht?
Nun aber Spaß beiseite. Hier ein paar Punkte zu unserer Arbeit und warum dieser Sinn zugesprochen werden sollte:
Zuerst der allerwichtigste Punkt: Wir sind Eure Anlaufstelle bei Fragen jeglicher Art! Wir hören uns Eure Probleme an und versuchen, Euch so gut es geht zu helfen, sei es durch die Weiterleitung an eine andere Stelle, unser Wissen oder das Einholen von für Euch wichtigen Informationen. Dafür sind unsere schon vorhandenen Kontakte zu verschiedensten Gremien und Einzelpersonen der Universität von großem Vorteil. Wir haben unter anderem ein monatliches Treffen mit Vertreter*innen der Unileitung, in dem wir uns über die aktuellen Geschehnisse austauschen, unsere Forderungen und Wünsche äußern und darüber diskutieren. Neben diesen regelmäßigen Treffen mit der Unileitung stehen wir auch mit vielen anderen Personen in Kontakt und können dadurch auf ein breites Wissens- und Unterstützungsnetz zurückgreifen. So haben wir in der Vergangenheit mit Dekan*innen, Frauenbeauftragten, Vertreter*innen des Studentenwerks und vielen weiteren zusammengearbeitet. Neben unseren Kontakten in die anderen Statusgruppen sind jedoch vor allem die Angebote und Einbringungsmöglichkeiten für euch Studierende unser Aushängeschild. Die Studierendenvertretung besteht einerseits aus dem hochschulpolitischen Bereich und den dort angesiedelten politischen Hochschulgruppen und Fachschaften und andererseits aus den Referaten des Sprecherinnen- und Sprecherrates, in denen Ihr die Möglichkeit habt Euch einzubringen, andere Studis mit gleichen Interessen kennenzulernen und Euch selbst zu entfalten. Hierbei sind unter anderem das Referat Kultur mit seinem Hörsaal-Slam, das Sprachrohr (fragt euch mal, was Ihr grad lest), die Studi(o)bühne, die jedes Jahr erfolgreich viele Stücke in der Mensa am Studentenhaus aufführen, oder das Referat Ökologie und Nachhaltigkeit mit dem CampusGarten, in dem Ihr alle Euren kleinen Traum des Gärtners wahr werden lassen dürft, zu nennen.
Uns ist jedoch nicht nur die Vernetzungsarbeit und das Anhören studentischer Probleme wichtig – neben diesen alltäglichen Aufgaben planen und organisieren wir kleinere und größere Veranstaltungen, die mal zum Feiern, mal zur Weiterbildung gedacht sind.
Aktuell planen wir unter anderem eine Anti-Rassismus-Kampagne. Da viele Menschen, auch an Hochschulen, tagtäglich von Diskriminierung betroffen sind, möchten wir im Rahmen dieser Kampagne vor allem auf alltäglichen Rassismus aufmerksam machen und Sensibilisierungsarbeit leisten. Außerdem soll ein direkter Bezug zu unserem Hochschulalltag hergestellt und die Wichtigkeit der universitären Vielfalt betont werden. Unser Ziel dabei ist, dass durch die Auseinandersetzung mit der vorhandenen Heterogenität ein verstärkter Zusammenhalt erfahren wird und wir uns als Universitätsgemeinschaft geschlossen gegen rassistische Handlungen aussprechen.
Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt ist die Beschäftigung mit der Thematik Nachhaltigkeit. Hierzu gibt es schon sehr lange Bemühungen in der Studierendenvertretung, das Thema tiefer in den Strukturen der Universität zu verankern. Es wurde lange um ein Nachhaltigkeitsbüro gekämpft und etliche Diskussionen geführt. Leider wurden unsere Forderungen bisher nicht erfüllt. Stattdessen wurde nur eine Viertel(!)stelle für Nachhaltigkeit in der Zentralverwaltung eingegliedert und ein Nachhaltigkeitsbericht erstellt, der schon im Dezember 2019 erscheinen sollte und noch immer auf seine Veröffentlichung wartet. Der studentische Konvent dagegen fasste im Dezember 2019 nach intensiver inhaltlicher Diskussion einen Beschluss zur „Ausrufung des Klimanotstandes an der Universität Würzburg“, in dem explizite Forderungen und Handlungsmöglichkeiten benannt werden, um „[der Anerkennung der] Eindämmung der Klimakrise und seiner schwerwiegenden Folgen als Aufgabe von höchster Priorität [gerecht zu werden]“. Der ganze Beschluss ist hier nachzulesen: https://www.uni-wuerzburg.de/fileadmin/34000000/Konvent/2019-20/2019-12-17/Beschluesse/klimanotstand.pdf
Es gibt also weiterhin viel in die Richtung zu tun und uns stehen mit Sicherheit noch einige Diskussionen mit der Unileitung und universitären Gremien bevor. Natürlich ist es manchmal schwer, etwas zu erreichen, wenn die Unileitung anderer Meinung ist. Dennoch können wir uns sicher sein, dass unsere Meinungen gehört werden und immer auch etwas bewirken, auch wenn der Weg zäh und steinig ist. Wie aber weiter oben beschrieben, gibt es auch viele Aufgaben, die wir tagtäglich erfolgreich und gerne angehen und durch die das Leben für die Studierenden sicherer, entspannter oder in anderer Hinsicht besser wird – denn das ist es, was die Grundlage bildet für das Dasein der Studierendenvertretung.