Fernweh und andere splitternde Gedanken

Ein Spiel mit Worten
Ich habe das Gefühl mein Boot fährt ab.
Ab und zu höre ich fröhliche Laute der fremden Passagiere zu mir dringen.
Dringend war es mir nicht mit der Abfahrt.
Abfahren kann ich wann anders.
Anders im vorletzten Sommer, als ich gehen musste.
Müssen ist eine schwere Last, die vom Menschen zu schultern ist.
Ist es nicht komisch?
Komische Menschen wären wir, wenn wir nichts müssen müssten.
Müsste der Mensch nicht zur Arbeit gehen, würde er faul auf dem Sofa liegen.
Liegt es in der Natur des Menschen nichts zu tun?
Tatsächlich, weil ihm keine Wahl gelassen wird, da der Mensch seit seinem sechsten Lebensjahr in die Maschinerie der Arbeitswelt eingepflanzt wird.
Werden und Gedeihen ist das Ziel.
Zielstrebigkeit lässt den Menschen zu einem Rosenbusch wachsen, zu einer hochnäsigen Narzisse oder einer unflätigen Hanfpflanze.
Pflanzen als Verb ist auch geboten als Mutter, als Lehrerin und Arbeitgeber.
Gibt man den Zöglingen eine Aufgabe, entwickeln sie Knospen und Blüten.
Blühen auf zu einem großen Talent, weil sie ihre Stärke entdecken und nutzen.
Nutztiere sind dabei im Nachteil, denn sie sind nur Beute der Talentierten und Mittel zum Zweck.
Zwecklos ist es allerdings das Leiden der Nutztiere zu lösen.
Lösung versprechend wäre der Veganismus oder der Aktivismus.
Aktiv zu werden ist die Lizenz zum glücklich werden, denn das Glück kommt nicht vor die Haustür gefahren, parkt dort und wartet bis du einsteigst.
Einsteigen und Aufsteigen und Besteigen ist nicht der Schlüssel.
Schlussfolgernd sollte ich dem Boot hinterher schwimmen und nicht auf das Nächste warten.
Warten ist nämlich das langsame Dahinschimmeln einer Käsestulle, die sich nicht gegen ihren Verfall wehren kann.
Können ist die Bandbreite der berauschenden Vielfalt an Möglichkeiten, die vornehmlich dem Menschen vorbehalten ist.
Sein oder nicht sein.
Ist hier die Frage.
Louisa Christa Patricia Volk