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Kommentar zur Stellungnahme der Humanwissenschaften zum geplanten bayrischen Hochschulgesetz

Blog

„Als Angehörige der Fakultät für Humanwissenschaften (…) [wollen wir] wissenschaftliche Bildung, in dem Forschung und Lehre auf höchstem Niveau gewährleistet werden und miteinander verzahnt sind.“

Wir HuWis werden eh schon diskriminiert: Statt uns angemessen wertzuschätzen, wird alles, was mit Menschen zu tun hat (egal ob (So)Päd, Psycho, Reli, Philo, PSS, Sport, etc.) in einen Topf, die „Humanwissenschaften“ geschmissen. Dadurch sind wir die größte Fakultät, aber ohne wirkliche Anerkennung und geringes Ansehen, weil wir leider viel zu wenig zur Exzellenz der Uni beitragen.

Und das, obwohl wir für die Gesellschaft einen mindestens genau so großen Stellenwert haben.

Und nun will das Bayerische HG und noch mehr unserer Grundlagen berauben.

Hier sind die zu erwartenden Folgen für die HuWis:

1. Gefahr der Ökonomisierung (Die Forschung soll noch mehr der wirtschaftlichen Verwertbarkeit dienen)

2. Unterminierung der Universitären Kernaufgaben (Es geht um (wirtschaftliche) Ergebnisse, die Grundlagenforschung obsolet machen, obwohl diese ein Grundstein der Lehre darstellen)

3. Für scheinbare Unabhängigkeit wird akademische Freiheit geopfert (Statt „Freiheit“ durch Deregulierung fesseln wir uns an den Markt. Die Forschung muss ihre Verwertbarkeit unter beweis stellen)

4. Wissenschaftliche Qualitäten wird nur an ökonomischen, quantitativen Parametern gemessen (Produktivität steht im Vordergrund statt die Qualität der Wissenschaft. Das geht zu lasten der Fachbereiche, die keine gute wissenschaftliche Verwertbarkeit aufweisen ← Wozu auch?! Wir sind HuWis!!)

5. Gefahr von Interessenskonflikten (Betrifft v.a. das „unparteilige“ Beamtentum, die trotzdem auf mehr Unternehmensgründungen abzielen sollen)

6. Der Staat darf sich nicht aus deiner Aufgabe zurückziehen (Der Staat soll für Hochschulbildung verantwortlich sein, statt vom Markt kontrolliert zu werden. Hochschulbildung ist nicht mit ökonomischer Fremdbestimmung vereinbar. Folge wären Finanzierungdruck von Forschung und Lehre)

7. Demokratische Partizipation wird untergraben (Als Studis haben wir ohne Asta eh schon nix zu sagen. Das wird nur noch schlimmer. Nur die Universitätsleitung hat noch geringes Mitspracherecht. Wir setzten uns als HuWis für Gleichberechtigung ein und werden immer weiter diskriminiert – was geht ab?!)

8. Marginalisierung der Lehre (Lehre wird als Ballast gesehen., die ökonomische Verwertbarkeit behindert. Folge: Konflikte zwischen Forschung und Lehre)

9. Unzureichende Rechtsstellung der Studivertretung (Die Studivertreter*innen setzt sich zwar seit Jahren für eine verfasste Studierendenschaft ein, um endlich mal Mitspracherecht zu haben. (Bayern halt -.-) Doch statt mit dem HG die Situation zu verbessern, stattdessen werden wir mit einem „Feigenblatt abgespeist“.

Fazit:

Sehr viel scheiße, mehr Risiken als Nutzen → Lass mal nich machen.

(Und das sind nur die Punkte für die HuWis)

Wir studieren nicht, um der Wirtschaft zu dienen. Wir studieren, um die Gesellschaft zu verbessern!

→ Deshalb Petition unterschreiben!!

Quelle: https://www.hw.uni-wuerzburg.de/fileadmin/06000000/Fakultaet/HIG-StellungnahmeHW-201221-kurz4S.pdf

Leonie Keupp