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Was ist der Sinn des Lebens? – Einige Gedanken

Blogvon Olivia Rongisch

Ikigai-Modell (eigenes Bild)
Ikigai-Modell (eigenes Bild)

Im Japanischen ist der Lebenssinn oder das, wofür es sich zu leben lohnt, Ikigai. Wörtlich übersetzt: Lebenswert (iki für „Leben“ und gai für „Wert“). Es wird behauptet, sobald ein Mensch sein Ikigai findet, kann er damit sein inneres Gleichgewicht und ein Stadium der inneren Zufriedenheit erlangen. Nirgendwo werden Menschen so glücklich alt wie auf der Insel Okinawa im Süden Japans. An der Kraft und Lebensfreude durch Ikigai muss also etwas Wahres dran sein. Das Ikigai-Modell setzt sich aus vier Themenbereichen zusammen, die vier Kreise bilden, und die Schnittmenge dieser ist der Weg zu deinem persönlichen Ikigai. Die philosophischen Gedanken hinter dem Modell bilden eine Art Orientierungshilfe für mehr Glück und ein zufriedeneres Leben.

Ikigai-Modell (eigenes Bild)
Ikigai-Modell (eigenes Bild)

Beantworten Modelle dieser Art jedoch wirklich die schwierige Frage nach dem Sinn des Lebens?

Oft heißt es, man sollte sich diese Frage nach dem Sinn des (eigenen) Lebens am besten gar nicht erst stellen. Denn wie soll man schon mit der Erkenntnis umgehen, wenn man für den Augenblick keine Antwort finden kann? Ist es dann doch besser, gar nicht erst darüber nachzudenken? Das würde bedeuten, man ist glücklicher, wenn man überhaupt nicht anfängt, einen vermeintlichen Lebenssinn zu suchen. Ohne die Schwere dieser Frage ist das eigene Leben also leichter und einfacher zu genießen. Doch ist der Gedanke einmal im eigenen Kopf, ist es meist kompliziert, ihn zu verbannen.
Es kommt ganz darauf an, welche Art Mensch man ist. Je nachdem was die eigenen Vorstellungen und moralischen Werte sind, wird sich die Suche nach dem Sinn hinter allem auf die eigene Lebensqualität auswirken. Die Frage hat höchstwahrscheinlich mehr Antworten, als Menschen existieren, und pauschal ist keine richtig oder falsch. Schon Goethe sagte: „Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst“. Es scheint, als hätte sich jede bekannte Persönlichkeit mit dieser Frage beschäftigt, da es schier unendlich viele Zitate und Aussagen über den Sinn des Lebens gibt.

Wissenschaftlich ist unser Lebenssinn evolutionsbedingt motiviert, aber sind wir wahrhaftig nur von unserem Fortpflanzungs- und Selbsterhaltungstrieb bestimmt? Auf diese Frage gibt es die verschiedensten Antworten – sei es in der Religion, Philosophie oder Psychologie.

Warum suchst du eigentlich nach einem Lebenssinn? Gib deinem Leben doch einfach selbst einen Sinn. Die Suche nach dem Lebenssinn liegt oft nah an der Schicksalsfrage. Hat es einen Sinn, wo und wer wir sind? Ist unser Weg vorherbestimmt oder ergibt sich alles aus Zufall?

Ein eigener Sinn soll als Verstärkung der eigenen Person und als Wegweiser für zukünftige Taten dienen. Damit schützt und motiviert man sich gleichzeitig. Doch sobald man wahre Freude und wahres Glück empfindet, ist der Gedanke nach dem Sinn ganz weit weg und man lebt im Moment. Sehr häufig taucht die Frage nach dem eigenen Lebenssinn in besonders schwierigen Situationen oder in Szenarien, in denen man selbst einfach nicht mehr weiterweiß, auf. Die Frage kann einen von Zeit zu Zeit melancholisch stimmen. Doch Melancholie ist nicht zwangsläufig nur schlecht, der Gemütszustand bewegt durchaus zu tiefgründigen Überlegungen und Erkenntnissen. Vielmehr ist Melancholie als ein erhabener Gemütszustand zu verstehen, der sich sowohl in seiner Schönheit als auch Traurigkeit von sämtlichen anderen emotionalen Zuständen abhebt.

Laut Wikipedia ist die Frage nach dem Sinn des Lebens „die Deutung des Verhältnisses, in dem der Mensch zu seiner Welt steht“. Sich selbst zu fragen, wo man gerade steht und entweder zu lernen, sich dort wohlzufühlen, oder zu versuchen, dort auszubrechen, ist immer einer Überlegung wert. Genauso ist es nie verkehrt, ab und an über den Sinn des Lebens nachzudenken. Allerdings sollte man auf der Suche nach einer Antwort nie vergessen, das eigene Leben auch tatsächlich zu leben.

Letztendlich möchte ich anmerken, dass dieser Artikel in keiner Weise eine bestimmte Interpretation des Lebenssinns empfiehlt. Vielmehr wollte ich euch einen Denkanstoß mit auf den Weg geben, eure eigene ganz persönliche Antwort auf diese Frage zu entdecken.