Würzburg, mi amore…
Würzburg, ich mag dich
Ich mag dich so sehr
Paris find’ ich toll
Doch dich mag ich mehr
Brasilien ist nett, jedoch liegt es zu fern
Dieses schlechte Gedicht drückt aus:
Ich hab’ dich gern
Ich mag deine Nachtclubs
Ich mag auch den Main
Und ohne deinen Regen könnt’ ich nicht sein
Deine lange Geschichte,
die ich nicht verstehe
Deine Hochschulen,
auf die ich aus Dummheit nicht gehe
Ich mag deine Straßen
Ob ich schwank’ oder hinke
Das Bier und den Wein
Auch wenn ich die nie trinke
Würzburg, nun meld’ ich mich endlich zu Wort
Red’ von Zauberberg,
Posthalle, Komisch & Kurt
Ich erzähle vom Reiz meiner 1er-WG
Nippend an meinem
„Wunschlos Glücklich“-Kaffee
Du bist offen für alles und nicht elitär
Darum ist deine Wohnungslage so prekär
Und wenn ich woanders als hier bei dir wär’
So fände ich es…unspektakulär
Würzburg, oh Würzburg
Du hältst mich auf Trab
Du bist das Gesprächsthema,
das ich stets hab’
Und auch wenn du anderswo öfters aneckst
Aufgrund deiner Mundart, deines Dialekts
Du bietest Urbanes, als auch Dekadenz
Und laut der UNESCO eine Residenz
Würzburg, du machst mich so wortgewandt
Würzburg, oh Würzburg
Du hast es erkannt
Würzburg, oh Würzburg
Es liegt auf der Hand:
Die anderen Städte sind irrelevant
Du bist meine Muse
Bekannt und doch fremd
Und wäre Deutschland kleinkariert wie ein Hemd
So wärst du darin der charmanteste Fleck
Das i-Tüpfelchen und nicht das Mittel zum Zweck
Dein Altbaucharme wirkt so modern, sowie neu
Fahr’ ich durch deine City, so trink’ ich „Hofbräu“
Dabei lümmele ich unter dem alten Kranen
Bei Locanda umgeben von Straßenbahnen
Würzburg, du Main-Brücke zwischen Europa und Asien
Mit deiner „JMU“ und so vielen Gymnasien
Du ziehst mich so an
Wie das Licht eine Motte
Wenn ich durch deine Straßen und Gässchen globetrotte
Würzburg, an dir kann ich mich niemals sattseh’n
Deine Altstadt bezaubernd und dein Bahnhof nicht schön…
Aber sonst stets bestechend durch tolles Design
So zeitlos und stilvoll und das ungemein
Du Stadt mit den schönen Hochschulbibliotheken
So viel findet statt in deinen Diskotheken
Im Besitos tanze und verzehre ich Salsa
Und wenn das Geld knapp ist, dann auch in der Mensa
Dein Wetter ist freundlich, gelegentlich kühl
Ob am Heuchelhof, Altstadt oder in Grombühl
Und wird mir dein Klima doch mal leicht zu schwül
So entspann’ ich am Stadtstrand jedes Molekül
Jede Zelle ist glücklich
Jede Straße so wichtig
Was auch immer du bietest, du liegst immer richtig
Was auch immer g’rad’ ansteht,
ich bin gleich dabei
Ob umsonst (&) draußen im Juni – afrikanisch im Mai
Deine Nostalgie mag ich
Sowie deinen Plunder
Bei Pampelmuse
Oder Zeychen & Wunder
Deine Tage sind kurz
Deine Nächte sind long
Der Soundtrack meines Lebens gleicht Radio Gong
Dein Glühwein am Weihnachtsmarkt bei jedem Wetter
Bei dir da gilt nicht:
„Früher war mehr Lametta“
Du beflügelst den eist mit deiner Poesie
Dein s.Oliver bietet mir soviel Esprit
Die Dichter und Denker deiner Alma Mater
Die Schaulustigen im Mainfranken-Theater
Im „Bockshorn genieße ich dein Cabaret
Bei Lavazza bestelle ich lieber den Tee
Und wenn ich deine Skyline von weitem schon seh’
So weiß ich, du bist eine Weltstadt in spe
Deine Speisen sind herrlich
Wo auch immer ich sitz’
Ob im Juliusspital oder Rudowitz
Abends an der Mainmühle bei einem Silvaner
Falafel bei Veggie Bros – auch für Veganer
Würzburg…
Mir fällt nicht mehr ein auf die Schnelle
Und während ich im Cairo Fritzkola bestelle, denke ich an dich wie an jedem Tag
Und daran, warum ich dich so gerne mag
Für all diese Dinge sag’ ich dir:
„Danke“
Dazu noch ein:
„Bassd scho“
Denn ich bin ein Franke
Würzburg…
Du ziehst mich schlichtweg in den Bann
Ich klappe das Buch zu…
Und schreite von dann’n.
Anita Baumann