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Zukunft à la Corona

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„The World is Closed” von Edwin Hooper auf Unsplash.
„The World is Closed” von Edwin Hooper auf Unsplash.

Wer hätte gedacht, dass wir im Frühjahr 2021 immer noch hier sind. Immer noch hier in Zeiten von Corona. Zeiten, in denen wir unsere Verhaltensweisen anpassen und überdenken müssen. Mit Maske im Gesicht, Abstand zu anderen Menschen, keinem Händeschütteln mehr und Gedanken von einem Virus in unseren Köpfen betreten wir unseren Alltag, der gar nicht mehr so alltäglich scheint. Doch wie lange geht das noch so? Leben wir schon in der Zukunft oder kommt wirklich die alte Normalität zurück?

Wenn man an den Beginn des neuen Jahrzehnts im Winter 2019 dachte, hatte wirklich niemand mit einem Lahmlegen eines ganzen Planeten gerechnet. Man war optimistisch und zuversichtlich auf das kommende Jahr mit den identischen Zehnerzahlen. Doch nun ist es schon 2021 und wir leben immer noch in Lockdowns und von alter Normalität ist nichts zu spüren. Doch genau die vermissen wir.

Als Student war es selbstverständlich in Hörsälen mit bis zu 500 Leuten oder mehr zu sitzen, sich in lange Schlangen in der Mensa zu stellen, sich einen freien Platz in der Bib suchen zu müssen oder sich in vollgestopfte Busse zu quetschen. All das gibt es so seit nun mehr als zwei Semestern nicht mehr. Wo auch immer man an der Uni war, waren viele Menschen.

Und genau diese Menschen machen den Unialltag aus. Ein Unialltag, der vom Austausch und Begegnungen lebt. Ob man mit Kommilitonen die Themen für die anstehende Klausur bespricht, mit Freunden in der Mensa isst oder neue Leute in Seminaren kennen lernt, all diese scheinbar selbstverständlichen Dinge sind nicht mehr so gegeben wie vor den Onlinesemestern. Natürlich ist der Austausch nicht unmöglich, doch man fühlt sich mehr auf sich alleine gestellt. Man studiert schlussendlich alleine von Zuhause aus.

Wenn man an das anstehende Sommersemester denkt, fragt man sich, wie der Sommer wohl sein wird. Vielleicht lockert sich alles wieder und man kann bald wieder auf der Alten Mainbrücke ein Gläschen Wein trinken. Allerdings ist das Fehlen der Unbeschwertheit immer noch in den kleinsten Dingen deutlich zu spüren. Auf Spotify gibt es Party Playlisten, zu denen regelmäßig neue Musik hinzugefügt wird, doch es gibt keine Clubs oder Hauspartys auf die man gehen kann, um zu dieser Partymusik tanzen zu können. Schaut man sich Filme oder Serien auf Netflix an, fällt einem auf, wenn Menschen sich umarmen oder nahe beieinander stehen. Man muss sich bei Verabredungen überlegen, mit wie vielen Leuten man sich treffen darf und wo. Vor Corona hat man sich einfach mit einer Freundin in ein Café gesetzt oder ist mal ins Kino gegangen. Auch aufregende Konzertabende oder Festivals sind undenkbar geworden.

Man wird im Alltag alltäglich vor den Kopf gestoßen. Immer wieder werden Gewohnheiten, die wir schon immer hatten, durch Maßnahmen und ständig ändernden Regelungen verändert oder verboten. Nun sind wir schon länger in dieser neuen Normalität und wir versuchen alle das Beste daraus zu machen. Irgendwie muss es ja weiter gehen. Nicht immer hat man Lust sich an alle Einschränkungen zu halten und tut es auch nicht immer, denn schließlich haben wir alle das gleiche Grundbedürfnis – das Bedürfnis nach Nähe und sozialen Kontakten. Schlussendlich ist es das Miteinander, dass uns nicht verrückt werden lässt und das wir zum Leben brauchen. Der Mensch braucht andere Mitmenschen und soziale Kontakte, vor allem wenn man in seinem WG-Zimmer den ganzen Tag vorm Laptop sitzt.

Manchmal vergisst man aber auch, dass Corona existiert. Liest man mal einige Tage keine Nachrichten oder verlässt das Haus nur wenige Male die Woche, kann man auch schon mal die Maske zu Hause oder im Auto vergessen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass das alles nicht die neue Normalität ist, die wir möchten. Keiner will immer in Lockdowns oder strengen Maßnahmen leben. Auch der Jo-Jo-Effekt von Lockdown zu Öffnungen ist nichts auf die Dauer. Wie die nahe Zukunft aussehen wird, kann uns wohl niemand wirklich beantworten. Doch eines steht fest: Wir leben in der Zukunft. Womöglich sind die Maßnahmen nur vorübergehend und wir werden hoffentlich bald wieder so weit wie möglich „coronalos“ leben. Aber Corona wird uns wahrscheinlich noch länger begleiten und wir werden lernen müssen, mit dem Virus in Zukunft zu leben.

Vera Danzeisen