Die Universität Würzburg in New York vertreten
Stell dir vor du stehst am Time Square, isst deinen morgendlichen Bagel, trinkst einen Eiskaffee und steigst in ein Taxi, um zum United Nations Plaza zu gelangen. Dort wirst du vor 5000 Leuten stehen, eine Rede halten, die du seit mehreren Wochen vorbereitet hast und mit Studierenden aus aller Welt diskutieren. Das könntest du sein mit NMUN. Aber was ist eigentlich NMUN?
NMUN steht für National Model United Nations und ist weltweit die größte Simulationskonferenz der Vereinten Nationen. Fast 5000 Studierende aus über 130 Ländern nehmen jedes Jahr daran teil. Die Delegationen, der verschiedenen Universitäten, repräsentieren die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen und simulieren die Verhandlungsabläufe in verschiedenen Komitees.
Die Coaches/ Faculty Advisor, die unsere diesjährige Delegation betreuen, sind Filip Simonovski, Michelle Kobroski und Nyein Chan May. Sie studieren Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Political and Social Studies. Im Folgenden teilen Filip und Michelle ihre Erfahrungen, die sie mit NMUN gesammelt haben.
Was hast du während der Zeit über dich selbst gelernt?
Filip: Ich spreche sehr gerne vor Menschen und das hat sich während des Projektes bestätigt. Mir ist auch aufgefallen, dass ich mich zu jedem Thema in unserer Delegation geäußert habe oder irgendeine Anmerkung hatte. Verändern möchte ich diese Eigenschaft nicht, aber ich will lernen damit umzugehen. Man kann nicht immer haben, was man möchte, und muss sich nicht unbedingt zu allem äußern, aber es ist auch gut, wenn man ausdrücken kann, was man will.
Was war dein schönstes Erlebnis als Delegierte® während deiner NMUN-Zeit?
Filip: Ich habe das Projekt noch komplett online gemacht, da es während der Corona Pandemie war. Das schönste war dennoch die New-York Konferenz. Die Konferenzen in Karlsruhe und Erfurt waren mit Studierenden aus Deutschland, weshalb die Perspektive und Arbeitsweise immer sehr ähnlich war. Bei den Studenten aus Amerika und Kanada ist NMUN ein etwas anderes Projekt. Es wird benotet und ihre Professoren prüfen ihre Reden und wie sie arbeiten. Es war eine sehr große Herausforderung, aber im Nachhinein war es eine gute Erfahrung.
Michelle: Ich glaube als wir bei der closing ceremony alle zusammen in einer Reihe saßen in New York. Wir hatten alle keine Hoffnung etwas zu gewinnen und unsere Uni wurde dann als aller Letztes aufgerufen. Das war echt der schönste Moment als wir für die ganze Gruppe den „distinguished delegation award“ bekommen haben. Das ist quasi der zweite Platz der Konferenz.
Welche Fähigkeiten hast du dazu gewonnen?
Filip: In dem Projekt lernt man, wie man strukturiert argumentiert, seine Gedanken organisiert und diese für andere nachvollziehbar macht. Außerdem hat mir das speech Training viel gebracht.
Michelle: Auf jeden Fall vor anderen Menschen sprechen. Das habe ich vor MUN nicht gekonnt. Ich wurde immer mega nervös, wenn ich vor anderen Leuten sprechen musste. Ich habe gelernt vor Fremden eine Rede zu halten, aber auch einfach mal fremde Menschen anzusprechen. Ich bin viel offener und selbstbewusster dadurch geworden.
Wieso bist du jetzt Coach/FA?
Michelle: MUN ist für mich mittlerweile ein richtiges Herzensprojekt. Ich konnte mir nicht vorstellen nach drei Konferenzen einfach fertig zu sein und da dachte ich mir wieso nicht einfach weitermachen. Man kann noch mehr Leute aus Würzburg kennenlernen, die ähnliche Interessen haben und die Zeit nochmal genießen. Das Wissen, was ich gesammelt habe, weitergeben und anderen Leuten helfen über ihren Schatten zu springen und selbstbewusster zu werden.
Wieso würdest du anderen Leuten empfehlen an NMUN teilzunehmen?
Filip: Jeder, der Interesse an Politik oder an der UN hat sollte sich das überlegen. Es ist eine once in a lifetime Möglichkeit, um was Neues erleben, etwas zu lernen, andere Werte zu vertreten und sich dabei in die Position eines anderen Landes zu versetzen. Es lässt dich als Mensch einfach wachsen und man hat natürlich die Möglichkeit nach New York zu fliegen.
Michelle: Es ist eine einmalige Erfahrung, die einem persönlich so weiterhilft. In die Richtung was will ich später machen: Kann ich mir vorstellen in der Politik zu arbeiten? Es ist das perfekte Projekt, um sich zu trauen. Man wird nicht benotet und es gibt keinen Druck, das heißt man kann sich ausprobieren und testen. Ich meine man hat die Möglichkeit mit Botschaften und Politikerinnen zu reden und nach New York zu fliegen. Die Chance sollte man nutzen.