Happy Birthday an die neue Lehrerbildung in Würzburg!
Das Gebäude am Wittelsbacherplatz wird knackige 125
Mit Tausenden an Lehramtsstudierenden, die seit 125 Jahren ein und aus gehen, hat der “Wittel”, wie das Gebäude liebevoll genannt wird, ein Zuhause für die Fakultät Humanwissenschaften mit der Pädagogik, Fachdidaktiken, Sozial- und Gesellschaftswissenschaften und der Theologie und Religionswissenschaft geschaffen. Am 1.10.1898 zogen die ersten Internatsbewohner ein und so wohnten, lernten und lehrten die Studenten am selben Ort direkt an echten Schülern. Was heute noch von der damaligen Zeit bleibt, sind Überbleibsel der ehemaligen Klassenzimmer, der Turnhalle und der Kapelle im Altbau, die noch an das alte Schulgebäude erinnern – und natürlich das Bestehen des Auftrags der Lehrerbildung. Zwischen dem Jesus-Gemälde im ZIP-Pool, den knarzenden Boden in den Seminarräumen und dem alten Treppenhaus finden wir, wenn man ganz genau drauf achtet, Schnipsel von 125 Jahre alter Geschichte.
Auch Teil dieser Geschichte: Der Neubau mit der Teilbibliothek, Seminarräumen, zwei neuen, modern ausgestatteten Hörsälen und Büros für Mitarbeitende. Architektonisch wollte man sich aktiv von dem Altbau abgrenzen und so renovierte man nicht nur, sondern baute gleich komplett neu. An seiner Stelle zuvor waren nicht nur die alten, baufälligen Hörsäle aus den 30er-Jahren, sondern auch der ehemalige Theatersaal Würzburg mit seinen roten Polstersamtsitzen und dem Kuriositätenkabinett, dem Schnürboden des Theaters mit allen Kulissen. Nach 2000 und dem Umzug des Mainfranken-Theaters an seinen heutigen Platz, diente das Gebäude hauptsächlich als Depot für alte Möbel und bot ein neues Zuhause für Tauben und Hummeln.
Ob schon als Bub mit der Schulklasse im Theater, 1975 als Student und von 1994 bis 2019 als Assistent und dann als Dozent in dem jetzigen Hörsaalgebäude – Peter Pfriem kennt den “Wittel” in- und auswendig und hat viele Veränderungen in und um das Gebäude mitbekommen und Studierende ein- und ausgehen sehen.
Heute führt er uns durch die alten (und neuen) Räume und zeigt uns alles, was wir sonst verpassen, wenn wir nur durch die Flure hetzen.
Wir haben ihm fünf schnelle Fragen gestellt:
Sprachrohr: Was ist die größte räumliche Veränderung, die Sie an Ihrer Zeit am Wittelsbacherplatz wahrgenommen haben?
Peter Pfriem: Zweifelsohne der Neubau des Hörsaal- und Theatertrakts und des Dekantsgebäudes. Es wurden die alten Hörsäle weggerissen und durch Seminarräume und Büros ersetzt und der alte Theatertrakt und Dekanatsgebäude beherbergt neu die große Teilbibliothek und zwei neue Hörsäle.
Sprachrohr: Welches ist Ihr Lieblingsdetail, das die meisten übersehen?
Peter Pfriem: Das Treppenhaus des Haupteingangs. Ein Treppenhaus aus dem Jahr 1898 im Neubarock, mit den Granitsäulen, mit den abgetretenen Stufen, mit den Mosaiken am Boden – man kann da durchaus mal stehen bleiben und sich freuen, dass man in einem so schönen Gebäude studieren und arbeiten kann.
Sprachrohr: Warum sind Sie gerne an den Wittelsbacherplatz gekommen?
Peter Pfriem: Ich halte den Wittelsbacherplatz (mit Ausnahme von der Residenz und den Toscanasaal) als das schönste Gebäude, das die Universität Würzburg hat. Es ist ein Gefühl der Geborgenheit. Man begegnet sich ganz anders in einem Haus mit Geschichte.
Sprachrohr: An was denken Sie am liebsten zurück, wenn Sie an Ihre Zeit am Wittelsbacherplatz denken?
Peter Pfriem: Das hat sich täglich wiederholt: Wenn ich von meinem Arbeitsplatz am Computer aufstehen durfte und konnte in einen Seminarraum oder Hörsaal gehen und echten Studenten begegnen. Das war täglich der schönste Moment der Beginn eines Seminars. Ich möchte mit Menschen aus Fleisch und Blut zusammenarbeiten.
Sprachrohr: An was denken Sie als Erstes, wenn Sie an den Wittelsbacherplatz denken?
Peter Pfriem: Auf die Gegenwart bezogen, als Pensionist freue ich mich darüber, nicht mehr auf den Parkplatz abbiegen zu müssen, sondern, dass ich vorbeifahren und dem “Wittel” zuwinken kann.
Wer mehr wissen möchte, findet zum 125-jährigen Jubiläum des Gebäudes am Wittelsbacherplatz Wissenswertes und weitere Geschichten von Peter Pfriem im “Wittel” und auf den sozialen Netzwerkseiten.
Happy Birthday!