Ein paar Gedanken zur Mensa in Würzburg
Kaum ein Ort prägt den Studentenalltag so sehr wie die Mensa. Höchste Zeit mal ein paar Gedanken zur Mensateria in Würzburg zu teilen.
Manche scheuen sie, „Da ist zu viel los, zu viele Personen die ich treffen könnte“ andere verbringen jede der fünf Mittagspausen hier. Es ist ein Ort, der für die meisten Studenten nicht aus dem Unialltag wegzudenken ist. „Entweder man liebt es oder man hasst es“ trifft dennoch zu, denn es gibt bestimmt einige Studenten, die noch nie eines der Mensagebäude von innen gesehen haben. Ich würde sagen: Sie verpassen etwas.
Doch was macht ein Mittagessen in der Mensa aus? Es ist das Getrubel, das schon anfängt, wenn man sich gegen 12:30 Uhr außen in die Schlange vor der Mensateria am Campus Nord stellt. Viele Gruppen, die an einem vorbei gehen, etliche verschiedene Gespräche, denen man immer mal kurz mit einem Ohr zuhören kann. Die Schlange geht erstaunlich schnell voran. Es geht weiter: „Habe ich noch genug Guthaben auf meiner Karte?“
Der ein oder andere Freund muss erstmal zum Automaten gehen, um seinen Studentenausweis aufzuladen, dabei könnten wir das längst automatisieren durch eine Ermächtigung zum Lastschrifteinzug („Auto-Load“). Wir schauen erstmal: Wäre in der Cafeteria noch ein halber Tisch für uns frei? Nur falls oben nichts mehr frei sein sollte. Oben angekommen stellen wir uns in eine der vielen Schlangen für ein Gericht an, manche deutlich länger als andere ( Pizza, Hamburger (leider bisher oft mit Fleisch)). Auf der einen Seite ist man froh um die gemeinsame Zeit mit Freunden, ja auch um ein erschwingliches und warmes Mittagessen, auf der anderen Seiten ärgert man sich doch immer mal wieder kurz:
„Der Hamburger ist leider mit Fleisch.“
„Es gibt wieder mal einen Eintopf als ein vegetarisches Essen heute“.
„Ich hätte so gerne mal eine Gemüselasagne.“
Aber so ist es. Die meisten Gerichte schmecken (mir) echt gut, und am Ende ist es dann ein wenig wie zu Hause: da isst man auch immer wieder die gleichen Gerichte. Doch Zuhause gibt es nicht die große Auswahl an Nachtisch – von Mango-Lassi bis Obstsalat und zahlreichen Beilagen. Die Arbeit dort ist wahrscheinlich auch geprägt durch die Verzögerung der Mensaeröffnung. Und trotzdem sind die Mitarbeiter dort wirklich freundlich, geben einem ein Lächeln und wünschen einen guten Appetit.
Zurück zu Eröffnung: sie verzögert sich.
Ich würde sagen: man merkt es, weil die Mensateria echt voll ist zu den Stoßzeiten. Keine Ahnung, ob das andere auch so beurteilen. Es wird ja schon ein Grund geben, warum es noch zusätzlich eine große Mensa braucht. Ich finde es ist eine Tragik. Das Gebäude sieht im Vorbeigehen bereit aus, die Tische und Stühle stehen, in einem kleinen Teil davon ist eine Cafeteria, die schon geöffnet ist. Doch erst im September des letzten Jahres schreibt Radio Gong, dass es immer noch kein Wiedereröffnungs- Termin gebe. Sie nennen es den „Berliner Flughafen von Würzburg“.
Falls es zu einer Öffnung dieses Frühjahr kommen sollte, so hätte sich das Ganze um ganze 4 Jahre verzögert. Dann wäre die Mensa seit 7 Jahren ungenutzt. Mir geht es nicht um die Schuldfrage. Dann noch eher um das Geld, das dadurch raus geht, durch die erneuten Maßnahme und die Nichtinbetriebnahme der Mensa. So viel hat dazu beigetragen, dass sie gerade noch still steht. Zuletzt müssen wohl die zahlreichen Mängel der Lüftungsanlage behoben werden. Und so bleiben rund 1050 weitere Plätze für Studenten und Mitarbeiter der JMU erstmal weiter im Dunkeln.
Wenn man dann einen freien Tisch gefunden hat, so genießt man seine Mittagspause. Mal mit den gleichen Leuten, mit denen man sonst auch isst, mal ist man dort mit Leuten vom Seminar, denen man sich kurzfristig angeschlossen hat. Die Mensa ist immer ein guter Ort um mit neuen Leuten in Kontakt zu kommen oder einfach ein bisschen Zeit mit Freunden zu verbringen. Am Ende bleiben wir doch immer ein bisschen länger als geplant. Weil man sich vor dem Lernen in der Bibliothek drückt. Und weil es so schön ist.
– geschrieben von Pauline Grammer
Quellen:
Renovierungsarbeiten an der Hubland-Mensa: Ein chronologischer Überblick