Smart, Smarter, Mobile Media Day

Am 29. November fand im VCC Vogel Convention Center Würzburg der Mobile Media Day (MMD) statt. Das Programm war sehr vielseitig. An diesem Tag wurden die aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Mobile News, sprachgesteuerte digitale Assistenten, Podcasts, Health, Startups und Smart Cities zum Thema. Über Smart Würzburg hielt der Prof. Dr. Rainer Thome einen interessanten und durchaus amüsanten Vortrag. Wie wird aus einer Stadt eine smarte, also schlaue Stadt? Man braucht schlaue originelle Ideen. Wie kommt man nun an smarte und innovative Ideen? Zum einen können die Ideen beispielsweise von innovativen Startups kommen. Eine andere Möglichkeit bietet das Format „World Café“. Dies ist ein interaktives Format, bei dem sich verschiedene Leute zusammen an einen Tisch setzen, über ein bestimmtes Thema nachdenken, darüber diskutieren und versuchen für Probleme innovative Lösungen zu finden. Einfacher gesagt Brainstorming mit Café-Charme. Ziemlich am Ende des MMD fand ein „World Café“ zum Thema Smart Würzburg in Kooperation mit der Universität Würzburg, dem Zentrum für digitale Innovation (ZDI) Mainfranken und der Würzburg AG statt. An jedem Tisch wurden Verbesserungsvorschläge zu einem bestimmten Thema wie zum Beispiel Energie oder Bildung gesammelt und aufgeschrieben. Dr. Christian Andersen vom ZDI war auch mit dabei und hat im Anschluss noch einige interessante Fragen zum ZDI und Startups allgemein beantwortet.
Sind „World Cafés“, die für alle Studenten öffentlich sind, auch im ZDI geplant?
Dr. Christian Andersen: Ja, „World Café“ wird sicherlich ein Format sein, was wir dort machen werden. Daneben sind noch andere agile Methoden und Methoden aus dem Design-Thinking geplant. Also das ist auch eben ein Format bei dem man zusammen Brainstorming macht und zusammen was aufs Papier bringt, man hat etwas dokumentiert. Man baut auf den Ideen von den anderen auf und das ist ja letztendlich die Methode, die da dahintersteht.
Ist auch geplant mit der Würzburg AG zusammen zu arbeiten?
Dr. C. A.: Ja die Würzburg AG ist ja auch einer der Netzwerk Partner vom ZDI. Sie sind ein guter Themen Einspeiser, gerade wenn es Thematiken angeht wie heute das Thema Smart City. Sie sind am Puls der Zeit, da sitzt der Wirtschaftsförderer der Stadt mit dabei, der auch die Themen merkt die gerade hochkommen und wird diese dann auch als Themen ins ZDI einspeisen.
Wäre es für ein Startup von Vorteil, wenn sich die Idee mit Smart Würzburg verbinden lässt? Also wirkt sich das beispielsweise positiv auf Fördermöglichkeiten aus?
Dr. C. A.: Klar, ich erwarte da eigentlich auch, dass ein paar innovative Ideen rauskommen und für Innovation gibt es eigentlich immer Fördermöglichkeiten. Wenn sich das ergibt, dann unterstützen wir das natürlich auch bei der Antragstellung und wenn dann da auch Geld vom Staat oder von wem auch immer kommt, unterstützt das natürlich das Vorhaben.
Welche Faktoren sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten für ein erfolgreiches Startup?
Dr. C. A.: Zu allererst würde ich immer das Team sagen, weil es braucht einfach die guten Leute dahinter, die für die Idee brennen. Und dann natürlich auch die Idee, eine innovative Idee. Dann ist aber oft auch das Thema der Marktzugang. Habe ich schon Kunden, die Interesse an meinen Produkten haben? Wie leicht komm ich an diese ran? Wie leicht lassen sie sich überzeugen, dass sie eben auch Geld ausgeben dafür? Dann natürlich das Netzwerk allgemein, dass man auf einer richtigen Rechtsform aufbaut, das sind alles irgendwie Handwerksarbeiten. Aber das wichtigste ist wie gesagt das Team.
Welchen Fehler machen Startups, die nicht erfolgreich sind? Liegt das Scheitern an einem nicht funktionierenden Team?
Dr. C. A.: Die Gründe sind oft ganz vielfältig. Das kann natürlich auch das Team sein, wo es knatscht, wo es nicht hinhaut, wo kein Treiber da ist. Das kann aber auch einfach das Thema Finanzierung sein, dass man mit den Mitteln, die man zur Verfügung hat, nicht soweit kommt, dass man zum einen selber schon schwarze Zahlen schreibt, oder nicht soweit kommt, dass Investoren sagen, die Idee hat so viel Potenzial, wir investieren darin. Das sind oft Planungsfehler. Darin unterstützen wir die Gründer als Gründerzentrum natürlich, damit die Leute über die richtigen Dinge im Vorfeld nachdenken, bevor sie handeln und nicht für unnütze Dinge Zeit verschwenden. Also wie gesagt, die Gründe, an denen man scheitern kann sind vielfältig.
Das ZDI soll im kommenden Frühjahr fertig gestellt werden. Gibt es für Gründer, die im ZDI Büroräume nutzen möchten, eine Warteliste?
Dr. C. A.: Tatsächlich habe ich schon ein paar Interessenten, von denen ich weiß, dass diese gerne dort einziehen würden. Wir haben noch keine offizielle Warteliste. Dafür haben wir ehrlich gesagt gerade keine Zeit, weil wir im Moment nur die ganzen Gebäude planen. Aber wenn es dann soweit ist, dann schauen wir mal, wie wir das angehen. Wir müssen natürlich noch Regularien einbauen, wie zum Beispiel das mit dem Zugang wird usw. Gerade nächstes Jahr haben wir noch die Landesgartenschau, das müssen wir auch mit den Zuständigen davon regeln, dass die Gründer dann auch während der Landesgartenschau Zutritt haben. Wie gesagt, eine Warteliste gibt es in dem Sinne noch nicht, aber Leute die das interessiert, sollen einfach auf uns zukommen und dann schauen wir, dass das dann auch funktioniert. Vielen Dank an Dr. Christian Andersen für das Interview.
Lisa Schräder