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Würzburger Geheimtipps

Blog

WEIN AM STEIN/ BISMARKTURM
Der Würzburger Stein ist der langgezogene Weinberg, der Würzburg nordwärts begrenzt. Er lädt zu wunderbaren Spaziergängen mit einem erhabenen Blick auf die Stadt ein. Der lange steile Weg hinauf lässt sicher auch den Geübten ein wenig aus der Puste bringen – es lohnt aber, dem Würzburger Feinstaubkessel über diesen Weg für eine geraume Zeit zu entfliehen. Gesonderte Erwähnung verdient das „Weingut am Stein”. Alljährlich (heuer 28.6. – 10.07.) findet hier das „Wein am Stein”Festival statt. Das hört sich sehr viel altbackener an als es ist: Hier treffen sich Alt und Jung in gemütlicher Wein- und Konzertatmosphäre zu einem der Festivalhöhepunkte des Jahres. Bemerkenswert ist ebenso das, für den kleinen Rahmen, starke Line-up: Shantel, Jamaram u.a. Auch der kleine Geldbeutel kann der Musik mit Billigwein vom Kupsch von den benachbarten Weinbergen aus gut kostenlos lauschen. Das Weingut ist auch sonst ein Essen oder eine Weinprobe wert. Voraussetzung: Die Eltern sind zu Besuch und zahlen die Zeche. Am Ende des langen Weinberg-Steigs finden wir außerdem den Bismarkturm. An sich ein mittelschöner Steinkoloss längst vergangener Zeiten, wird sein Ambiente seit einigen Jahren zur Heimat sub kultureller Techno-Partys. Also: Augen und Ohren offenhalten!

WEINKELLER DER RESIDENZ
Schon wieder Wein: Unter der bestens bekannten, majestätischen Residenz lagern auf 4500 m2 (!) Fläche mit Kellergängen von fast einem Kilometer das Beste, was die Region zu bieten hat. Früher wurden übrigens die Würzburger Beamten in Wein-Einheiten bezahlt. Wer unser Leitungswasser kennt, kann sich denken warum. Für sieben-fuffzich gibt’s die Führung durch die Keller-Gewölbe mit originellem Kerzenschein. Die staatliche Hofkellerei verspricht: ,,Bei einer Führung durch das Weinkulturerbe Würzburger Stein liegt Ihnen ganz Würzburg zu Füßen”. Deal!

FRANKENWARTE
Frankenwarte …, da wird dein alteingesessener Mitbewohner sagen: ,,Klar das ist doch diese … Dings, da fährt doch die Linie XY da hin, da beim Steinbachtal irgendwo …” . Eben: Jeder hat sie irgendwie mal gehört, die wenigsten haben die 173 Stufen wirklich erklommen. Die Frankenwartebietet den weitesten Blick (richtig, es ist nicht die Festung) über das Maintal und die umliegenden Dörfchen. Auf dem Fußweg hinauf kann man außerdem das Käppele, als eine der Würzburger „Lichtgestalten”,gleich „mitnehmen”. Auf dem Hügel befindet sich außerdem ein Spielplatz mit riesiger Freifläche zum Frisbee etc. spielen und um den Grill anzuschmeißen. Eine nette, ruhige Oase im Wäldchen, aber auch relativ zentrumsnah und durch den Nahverkehr gut angebunden.

FREIRAUM
Der Freiraum in der Maiergasse ist ein antikommerzieller Raum für Zusammenkünfte jeglicher Art. Die Idee hinter dem Laden ist es Raum zu schaffen für verschiedenste Arten des Zusammenseins, frei von Konsumzwang oder Dresscodes. ,,Er macht sich zur Aufgabe, einen schwellenlosen Raum für alle Menschen, unabhängig von sozialem Status, Herkunft und Alter zu bieten, soziale Grenzen zu überwinden und das Gemeinschaftsgefühl zu fördern” (freiraumwuerzburg.wordpress. com/freiraum-wuerzburg). Das wechselnde „Angebot” besteht momentan u.a. aus Yoga, politischem Labor, einem autodidaktischen Lernexperiment, der interkulturellen Teestube, der Gruppe Gewaltfreie Kommunikation, Meditation, sowie regelmäßigen Konzerten. Angebot ist hier in Anführungszeichen geschrieben, da im Freiraum das klassische Modell Anbieter + Konsument hinterfragt wird. Der Laden wächst an Menschen, die ihr Wissen und ihre Fertigkeiten mit anderen (kostenlos) teilen möchten. Schaut mal an den offenen Tagen Mi-Sa-So vorbei, bringt euch ein oder schnuppert in eine der verschiedenen Gruppen rein.

SCHELMENKELLER
Besser gesagt: der „Schelm im Keller! Kenner wissen, was sie erwartet, wenn sie die Stufen in den alten Gewölbekeller hinabgestiegen sind. Nicht nur ein frisch gezapftes Pils oder ein guter Frankenwein, dazu eine Kleinigkeit aus der Küche – im Schelmenkeller findet man auch einen echten Schelm als Wirt!” (www.schelmenkeller.de). Dieser Selbstbeschreibung des Schelmenkellers ist kaum etwas hinzuzufügen. Praktisch nicht findbar in den Tiefen der pleicher Gässchen gelegen, bietet der Schelmenkeller Mittelalteratmosphäre und an guten Tagen hängt der ganze Laden an den Lippen des besagten Schelms. Prosit!

MAINWIESEN
An sommerlichen Tagen laden die Mainwiesen zum rumliegen, Slacklinen, Frisbee spielen, Grillen und natürlich Flussbaden ein. Die Wiesen finden sich (vor allem) in den Stadtteilen Zellerau und Sanderrau. Wo sie schöner sind, da werden sich die Fraktionen beider Stadtteile freilich nicht einig. Gerüchten zufolge geht bei jedem Würzburger Studenten im Studium ein Semester fürs „Mainliegen” drauf. Das Bafög-Amt verweigert jedoch bisher jegliche Geltendmachung der Mainkultur.

UND DRUM HERUM SO?
Das Semesterticket lässt Dich weite Teile Unterfrankens (die Landkreise WÜ, Kitzingen und Main-Spessart) völlig kostenlos erkunden. Auch wenn damit keine klassischen Städtetouren drin sind, lohnt sich der Blick auf die Landkarte (und diesen Artikel). Unter anderem lässt sich der, womöglich bald unter Naturschutz gestellte, Spessart erreichen. Schön ist auch die Volkacher Mainschleife, der Wildpark in Sommerhausen oder der Naturpark Steigerwald. Diese Liste lässt sich natürlich noch fortsetzen, die Message sollte aber lediglich klarmachen: Netflix aus, raus aus dem Haus. Wer Würzburg nie verlässt, wird außerdem die kauzigen Unterfranken bis zum Ende des Studiums nicht verstanden haben.