Windstille Worte

Verwitterte Vernunft fürchtet einen Scherbenmund
zerronnene Gedanken glühen in den Kerben
es lauert in der Tiefe ein Frustheer deiner Sprache
Ruheloser Sturm pflückt Federn aus der Luft
Klänge zerbrechen weltverlor’n an Felsklippen
zu uneigentlichem Kitsch
Ohne Sinn wacht die Stirn über ihren weißen Saum
verrät betrügt der Ton bereits
bevor er im Gewühl versinkt?
Rauschende Gewalt wehrt gegen schmucklose Gestalt
Wortperlen treiben tiefer einen Keil
zwischen die eigenlebige Gezeit
Ewig währt der Schwur durch diese Taten
zerbricht in tausend bunte Schimmer
rotten verkommen auf dem Meeresgrund
Windstille Worte
leuchten nicht am Horizont
sagen nicht was sie forttreibt
liegen gestrandet auf der Inselwelt
Sebastian Simpfendoerfer