Qual der Wahl zum Thema WG Mitbewohnersuche

Der Semesterbeginn ist meist die schwierigste Zeit, um ein Zimmer in einer Studentenstadt zu finden – Würzburg ist da keine Ausnahme. Auch während des Semesters und außerhalb der Vorlesungszeit ist die Nachfrage generell groß. Die zwei Würzburger Studentinnen Charlotte und Marion haben von ihren Erfahrungen mit der Suche nach dem passenden Mitbewohner berichtet und gezeigt, wie es aus Sicht der Mitbewohnersuchenden aussehen kann.
Sprachrohr: Wie habt ihr nach Mitbewohnern gesucht?
Marion: „Wir haben unsere Anzeige auf WG Gesucht gestellt, aber auch in Emailverteilern und WhatsApp-Gruppen unsere Suche aufgegeben.“
Sprachrohr: Wie viele Bewerber hattet ihr jedes Mal?
Charlotte: „Immer unterschiedlich. Beim letzten Mal haben wir unsere Anzeige nach zehn Leuten bei WG Gesucht wieder rausgenommen. Von sechs Eingeladenen haben zwei abgesagt und vier sind zum Gespräch gekommen. Wir haben uns Freitagnachmittag und den ganzen Samstag für die Wohnungsbesichtigungen Zeit genommen.“
Sprachrohr: Wie und wann habt ihr euch beraten?
Marion: „Nach jeder Person haben wir darüber geredet, wie wir sie fanden und die endgültige Entscheidung erst am Schluss, nachdem wir alle Interessenten kennen gelernt hatten, getroffen. Es ist schwer einen Menschen nach so kurzer Zeit einzuschätzen. Wir haben immer auf unser Bauchgefühl gehört.“
Sprachrohr: Eure Dreier-WG war früher einmal gemischt aber besteht mittlerweile nur aus Frauen. War euch das Geschlecht wichtig?
Charlotte: „Es haben früher zwei Männern in der WG gelebt, doch nachdem sie nach und nach ausgezogen waren, wollte ich gerne eine Frauen-WG haben. Seither hat sich die Konstellation nicht mehr geändert. Wir hatten auch bei der letzten Suche männliche Bewerber, doch wir wollten weiterhin nur Frauen bleiben.“
Sprachrohr: Hat das Alter eine entscheidende Rolle gespielt?
Marion: „Wir wollten Leute in unserem Alter, doch es mussten keine Studenten sein. Es passt aber besser, da man einen ähnlichen Lebensstil und ähnliche Themen hat, worüber man sich austauschen kann. Eine ehemalige Mitbewohnerin hatte Spätdienst und oft am Wochenende gearbeitet. Man hat sich immer nur die Türklinke in die Hand gedrückt und das war schade.“
Sprachrohr: Hattet ihr eine „Qual der Wahl“ bei der Entscheidung?
Charlotte: „Wir hatten keine Unstimmigkeiten, sondern eher ein Unwissen, wer am besten passen könnte. Bei der letzten Suche hatten wir am Schluss zwei Bewerberinnen zur Auswahl, die wir uns beide gut vorstellen konnten. Wir haben es so gemacht, dass wir zuerst eine der beiden angerufen haben, da sie allerdings nicht zu erreichen war, haben wir erst mal abgewartet. Nach einer Weile haben wir die Zweite angerufen und auch da ging erst niemand ran. Da wir beide nicht sofort erreichen konnten, haben wir der ersten, die sich gemeldet hatte, die Zusage gegeben.“
Sprachrohr: Empfandet ihr den ganzen Prozess als stressig?
Marion: „Unterschiedlich. Es braucht definitiv terminliche Kommunikation zwischen der WG und den Bewerbern.“
Sprachrohr: Habt ihr Tipps für WG und WG-Suchende?
Marion: „Für die WG würde ich empfehlen, dass ihr euch vorab schon Fragen überlegt und euch absprecht, was euch wichtig ist. Schreibt das auch schon möglichst in die Anzeige. Versucht euch in eurer Anzeige abzuheben, in dem ihr zum Bespiel erwähnt, dass es euch wichtig ist, eine christliche WG oder eine Hippie-WG zu sein. Beschreibt euren Lebensstil, damit es für den Bewerber klarer ist. Schlussendlich erleichtert ihr es für beide Seiten, vor allem in der stressigen Bewerbungsnot. Ehrlichkeit zählt!“
Charlotte: „Es ist auch wichtig, dass ihr euch bei der Entscheidung als WG nicht zu lange Zeit lasst und den Bewerbern so schnell wie möglich Bescheid gebt. Als Appell an die Bewerber: Sagt gleich ab, wenn ihr wisst, dass ihr das Zimmer nicht wollt. Es erleichtert die WG in ihrer Entscheidungsphase.“
Vera Danzeisen