Why Europe matters:
Bildung als Chance für die europäische Integration?
Die Europawahl liegt nun bereits einige Wochen zurück und dennoch ist das Thema EU aktueller denn je. Während sich Brüssel nun mit den Wahlergebnissen auseinandersetzen muss, wollen wir hier ein wenig darauf eingehen, welche Rolle die Universität und die Studierenden eigentlich in Europa spielen.
Bildung ist ja bekanntlich Ländersache, doch gerade in Zeiten des immer schneller voranschreitenden globalen Umbruchs, des Klimawandels und dem Erstarken rechtspopulistischer Parteien, sehen sich die Staaten des europäischen Kontinents gemeinsamen Herausforderungen gegenüber, die an ihre Substanz gehen und nur gemeinsam gelöst werden können.
Universitäten und Hochschulen spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie bilden hierbei primär das Feld, um durch gute Bildung und Ausbildung geschulte Fachkräfte für den Arbeitsmarkt hervorzubringen. So bleibt unsere Gesellschaft auf globalem Boden wettbewerbsfähig und kann sich gegen Konkurrenz behaupten.
Durch den Austausch von Wissen und die Zusammenarbeit der verschiedenen Universitäten untereinander erhalten diese zusätzlich den Charakter der Integration auf europäischer Ebene. Im Zuge der Vereinbarungen des Bologna-Prozesses wurden europaweit Studiengänge und Abschlüsse vereinheitlicht und somit ein europäischer Hochschulraum
ohne Grenzen eingerichtet. 2002 wurde in den Kopenhagener Prozessen dann eine weitere Kooperation in der beruflichen Aus- und Weiterbildung getroffen. Dadurch wurde der Rahmen für die europäische Zusammenarbeit in allgemeiner und beruflicher Bildung gesetzt.
Das wohl bekannteste Programm der Bildungszusammenarbeit in Europa stellt Erasmus dar, welches es uns Studierenden ermöglicht, staatlich gefördert an Universitäten im Ausland ein Studium zu absolvieren. Dies und weitere interne Programme ermöglichen einen akademischen Austausch über Landesgrenzen hinweg. Dieser Austausch beginnt also schon beim Studierenden selbst, welcher somit einen wichtigen Beitrag zur globalen Integration leisten kann. Indem Studierende dieses Angebot wahrnehmen oder sich in Projekten engagieren, leisten sie bereits einen wichtigen Beitrag zur globalen Integration.
Weitere Förderprogramme zur Bildung und Forschung in Europa finden sich mit „Horizont2020“ beispielsweise auf der Vertretungsseite der Europäischen Kommission:
https://ec.europa.eu/germany/home_de.
Dass die europäische Zusammenarbeit ausgebaut werden sollte, steht hier keinesfalls zur Debatte. Für die interessierten Leser verweist die Redaktion hier auf die bereits erwähnte Seite der Europäischen Kommission: https://ec.europa.eu/germany/news_de. Dort werden 60 umfassende Gründe aufgeführt, warum Europa für jeden einzelnen Europäer
unverzichtbar ist.
Die umfassenden Reformvorschläge des französischen Staatspräsidenten Macrons spielten im Diskurs um mehr Integration auch auf die Rolle der Universitäten an. Um Gemeinschaft und Integration zu fördern, muss dies über die offensichtlichen wirtschaftlichen Interessen hinaus geschehen. Gerade Universitäten könnten sich hier als eine tragende Säule herausstellen, um das Projekt Europa weiterzuentwickeln.
Welche Rolle Europa für Studierende und Hochschulen spielt, ist also sonnenklar. Neben finanzieller und organisatorischer Unterstützung stellt die Europäische Union auch den Austausch der Bildungseinrichtungen und Studierenden untereinander her. Die Netzwerkchancen, die sich daraus für jeden einzelnen ergeben, sind von enormem Vorteil.
Auf die Frage, welche Rolle der Studierende innerhalb Europas einnehmen kann, liegt die Antwort ebenfalls klar beim integrativen Charakter des Austausches untereinander in jeglicher Hinsicht. Europäische Integration ist notwendig, um den Austausch und die Einigung der Länder zu fördern. Nur als geeinter Kontinent können seine Bewohner gegen die globalen Herausforderungen bestehen – und gerade der Bildung fällt hier eine
Schlüsselrolle zu. Inwieweit man hier persönlich einen Beitrag für Europa leisten will, liegt jedoch grundsätzlich immer im eigenen Ermessen.
Für detailliertere Fragen rund um das Thema, wie und durch was sich die EU auf mich und meine Region auswirkt, besucht gerne die Seite https://what-europe-does-for-me.eu/en/portal/1/0.
Marcel Dinkel