Antiblackness in asiatischen Communities
Ich stehe hier heute nicht nur aus Solidarität mit meinen schwarzen Mitmenschen, sondern weil ich als Asiatin eine besondere Verantwortung habe.
Meine Eltern kommen aus Vietnam. Ich bin Teil der Asian Community und ich liebe sie, aber ich sehe auch, sie hat ein Problem. Und das Problem nennt sich Anti-Blackness und Colorism.
Wir lieben schwarze Menschen! Wir lieben Street Wear, Hip Hop, wir lieben Black Slang, Black Culture. Wir lieben Barack Obama, Michelle und Meghan Markle. Beyoncé ist eine Icon. Wir lieben es uns von Schwarzen Menschen den N-Wort-Pass zu holen. Wir lieben es zu sehen, welche Höhen schwarze Menschen in dieser Welt erreichen können.
Aber im alltäglichen Leben sieht es anders aus. Wir kriegen mit der Muttermilch aufgesogen, dass schwarz schlecht ist. Je dunkler du bist, desto hässlicher. Schönheitsstandards sind daran gekoppelt, wie weiß du aussiehst.
Wenn wir eine schwarze Person sehen, misstrauen wir ihr. Denn schwarze Menschen sind kriminell. Geht ihnen aus dem Weg, man kann ihnen nicht vertrauen. Und wir sollen es ja nicht wagen, eine schwarze Freundin oder Freund nachhause zu bringen!
Und wenn wir Rassismus gegenüber Schwarzen sehen oder Polizeigewalt, dann sagen wir: „Sie haben es verdient. Sie haben sich nicht an die Regeln gehalten“.
Wir Asiat*innen LIEBEN es uns an Regeln zu halten. Wir haben die Model Minority Myth, dass wir die guten Ausländer*innen sind, absolut verinnerlicht. Dass solange wir uns an Regeln halten und hart arbeiten, wir es in dieser Welt zu etwas schaffen. Wir biedern uns lieber an unsere weißen Oppressor an, als gemeinsam mit anderen BIPoC für Gerechtigkeit zu kämpfen.
Wir wurden seit jeher von der weißen Mehrheit ausgenutzt, um ihren Rassismus zu rechtfertigen. Es wurde auf uns gezeigt, wenn man beweisen wollte, dass arabische oder afrikanische Migrant*innen, sich nicht integrieren können, aber wir schon.
Aber wir haben uns durch unsere Nähe zur Whiteness einlullen lassen. Anstatt Rassismus zu benennen, wenn wir ihn sehen, sei es gegen uns oder andere BIPoC, haben wir weggeschaut.
Viele Ost- und SüdostAsiat*innen sehen sich sogar selbst als weiß. Aber das sind wir nicht. Wir werden nie weiß sein, werden nie von White Privilege profitieren. Wovon wir aber profitieren ist White Adjacent Privilege. Wir denken, wir werden akzeptiert, aber wir werden nur als Waffe gegen unsere fellow BIPoC im Kampf um Gerechtigkeit verwendet.
Wir müssen Antiblackness und Colorism endlich in unseren nicht- Schwarzen Communities ansprechen. Nicht nur White Silence ist Violence. Auch Asian Silence ist Violence.
Der Cop, der George Floyd ermordete war weiß. Aber einer der Cops, der dabei war, war Hmong-American. Der Laden, in dem George Floyd vor seinem Tod war, dessen Mitarbeiter die Cops ruften, war Arab American. George Floyd wurde eiskalt ermordet und wir standen tatenlos daneben.
Rassismus und Polizeigewalt sind keine Sache nur zwischen schwarz und weiß. Sie geht uns alle an! Und wir als Asian Community müssen endlich aufwachen. Wir sind nicht eure Model Minority. Wir sind nicht die guten Ausländer*innen!
Wir müssen unseren eigenen Rassismus endlich entlernen.
Wir müssen laut und solidarisch mit anderen BIPoC sein.
Es ist die Verantwortung jeder nicht-schwarzer Person, dass wenn wir Polizeigewalt und Rassismus sehen, etwas dagegen unternehmen.
Die asiatische Community hat lang genug zugesehen, das muss jetzt aufhören.
Wir sind nicht diejenigen, die George Floyd umgebracht haben, aber wir müssen diejenigen sein, die den Cop von seinem Hals ziehen.
An Phan