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Eine Friedensdemonstration

Blogvon Sinah Breunig

Quelle: Sinah Breunig

Ich war zu Besuch bei meiner Cousine in Krakau, Polen. Derzeit leben bei ihr und ihrem Freund in der Wohnung zwei Ukrainerinnen. Auf dem Marktplatz in Krakau finden täglich Friedensdemonstrationen statt. Auch am Abend des Ostersonntags, während die jüngere der beiden Ukrainerinnen und ich gemeinsam über den Marktplatz liefen. Dort standen einige verschiedene Menschen um eine große Statue verteilt herum. Sie trugen Schilder und schwangen ukrainische und polnische Flaggen. Vor ihnen hatte sich eine große Menschenmenge gebildet. Nicht Schaulustige, nicht Touristen, zum Großteil waren es Menschen, die verzweifelt erschienen. Verzweifelt, weil es sie direkt betraf. Wir blieben stehen. Für eine halbe Stunde. Eine sehr intensive halbe Stunde. Es wurden Reden gehalten, die ich leider nicht verstand, doch ich spürte die Stimmung dahinter. Eine junge Frau, wahrscheinlich kaum älter als ich, sang mit einer unfassbar schönen, wie auch schmerzdurchdrungenen Stimme zwei ukrainische, äußerst emotionale Lieder. Neben mir flossen Tränen. Auch ich war innerlich so zerrissen, dass ich kurz davor war einfach zu weinen. Dort stand ich also. Umgeben von zutiefst unglücklichen und verzweifelten Menschen, die sich nichts sehnlicher wünschten, als wieder in ein friedvolles und vertrautes zu Hause zurückkehren zu können. Ein zu Hause, was nie wieder wie vorher sein würde. Die Menschen sprachen sich in keiner Form für den Sieg der Ukraine in diesem Krieg aus. Sie wünschten sich von tiefstem Herzen Frieden.