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Vorspiel

Blogvon Caroline Nissen

Siebzehn Uhr Dreißig. Noch zehn Minuten bis ihr Taxi kam. Einen Blick den Spiegel. Weicher, dunkelgrüner Stoff über ihren Kurven. Spritzer Parfüm aufs Handgelenk. Einer auf die Haare. Durchatmen. Draußen hupte ihr Taxi. Sie griff nach ihrer Handtasche. Die Türe schnell zuziehen. Leichtes Flattern im Bauch.

Zum Glück hatte er nur fünf Minuten Gehzeit bis zum Restaurant. Er schaute in den Spiegel und ihm gefiel, was er sah. Das Hemd ließ ihn authentisch wirken, doch seine Haare wollten heute einfach nicht richtig liegen. Eilig griff er zum Haarwachs, das ihm prompt runterfiel. Seine Hände zitterten. Lange war er nicht mehr so nervös gewesen…

Eine rote Ampel nach der anderen. Verspäten durfte sie sich auf keinen Fall! Bloß nicht den ersten Eindruck vermasseln – sonst wäre sie gleich raus.

Nach vielen erfolglosen Versuchen klappte das Styling endlich. Er sah auf die Uhr und stellte fest, dass er eine ganze halbe Stunde mit seiner Frisur verbracht hatte. Jetzt musste er sich beeilen. Schnell nahm er sich sein Jackett, warf es über und griff nach dem Schlüssel. Klack, die Tür fiel ins Schloss.

Endlich! Das Taxi hatte das Restaurant sogar noch pünktlich erreicht. Sie bezahlte den Fahrer und stieg aus dem Auto. Niemand zu sehen. Sie checkte ihr Handy. Ja, sie sollten sich vor dem Restaurant treffen. Unüblich, aber naja…

Er würde definitiv zu spät kommen. Verschwitzt und zu spät, was ein toller erster Eindruck… Dabei wäre er die ideale Besetzung! Da! Er sah das Restaurant. Und doch nur zwei Minuten zu spät, da hatte er noch mal Glück gehabt!

„Wer ist das denn?“, fragte sie sich. „Vollkommen verschwitzt zu so einem Termin kommen?!“ Da hatte sie einen klaren Vorteil. „Wer ist denn diese Inkarnation einer grünen Wiese?“, war das erste, was ihm durch den Kopf schoss. Bevor er sich weitere Gedanken machen konnte, trat eine Frau im schwarzen Hosenanzug vor sie beide…

„Herzlich Willkommen zu Ihrem Vorstellungsgespräch. Kommen Sie, ich führe Sie zu den restlichen Professoren.“