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20 Things I didn’t learn before turning 20 (but I still want to)

Blogvon Anna-Lisa La Rocca

Bild: Anna-Lisa La Rocca

Als ich 13 oder 14 war, hatte ich eine ganz genaue Vorstellung davon, wer ich mit 20 sein wollte. Voller Selbstvertrauen. Erwachsen. Mein Leben im Griff.

Jetzt bin ich 20 und weiche eventuell ein klein wenig von meiner 13-jährigen Wunschvorstellung ab. Um nicht zu sagen, dass ich ihr ungefähr so sehr ähnle wie ein Elefant einem Känguru.

Weil mein 20-jähriges Ich im Gegenteil zu meinem 13-jährigen Ich weiß, dass man mit 20 noch nicht uralt ist, habe ich eine Liste gemacht. Eine Liste mit 20 Dingen, die ich nicht gelernt habe, bevor ich 20 geworden bin – aber, die ich immer noch lernen will.

Dabei hören sich manche dieser Punkte wohl an wie Sprüche, die unter Instagrambilder geschrieben werden und ich komme mit der Hälfte der Sachen noch nicht annähernd klar. Aber ich weiß sie theoretisch und viel davon habe ich auch rational verstanden.

Emotional jedoch kann ich das noch nicht.

Dennoch finde ich es wichtig, sich selbst zu kennen. An sich selbst zu arbeiten. Sowohl an seinen Schwächen, als auch an seinen Stärken.

  1. Für mich selbst einstehen

Ich bin überzeugt, dass so gut wie jeder damit Probleme hat. Manche mehr. Manche weniger. Und die allermeisten Leute sind einfach gut darin, es zu verheimlichen. Vielleicht ist auch genau das das Geheimnis. Vielleicht muss man sich das einfach so lange selbst vormachen, bis man es sich selbst glaubt.

  1. Wie man richtig gute Weihnachtsplätzchen macht

Dank jahrelanger Übung mit meiner Oma bin ich ein Meister darin, Plätzchen auszustechen und zu dekorieren. Dennoch ist mir das Rezept für den Teig bis jetzt verwehrt geblieben. Deshalb suche ich noch nach dem perfekten Plätzchenteig.

  1. Gebärdensprache

Etwas, das ich schon so lange lernen will und aufschiebe. Eigentlich setze ich es auch nur auf die Liste, um mich endlich mal ranzusetzen. Inzwischen habe ich mir immerhin ein Buch darüber gekauft.

  1. Stolz darauf zu sein, was man erreicht hat

Dafür muss es nicht einmal das beste Ergebnis sein. Solange man sich selbst bemüht, ist das Grund genug, stolz darauf zu sein.

  1. Musik vor meinen Freunden zu spielen, ohne mich dabei unwohl zu fühlen

Das mag sich zunächst dumm und ziemlich spezifisch anhören. Aber es ist nun mal Fakt, dass ich nur mit sehr wenigen meiner Freunden wirklich über meinen Musikgeschmack und die Musik, die ich höre, rede. Denn sobald ich weiß, dass der meiner Freunde nicht  meinem gleicht, finde ich es extrem unangenehm, meine Musik zu spielen.

Auch wenn das Denken total unsinnig ist.

  1. Dialekte nachmachen

Gut nachmachen.

Denn bisher bin ich so schrecklich darin, dass ich mich nicht einmal traue, es vor anderen Leuten zu machen. Dabei finde ich wenige Sachen so lustig, wenn das jemand gut kann. Oder zumindest halbwegs gut.

  1. Wann man Leuten „Hallo“ sagt, wenn man ihnen über den Weg läuft (ohne dass es unangenehm wird)

In meinem Kopf läuft das immer ungefähr so ab:

‚Oh! Da ist ja XY. Vielleicht kann ich ja noch anders gehen! Verdammt, jetzt hat sie mich schon gesehen. Ok, einfach kurz aufs Handy schauen dann müssen wir uns jetzt nicht die ganze Zeit anschauen. Aber nicht zu lang, sonst hält sie mich für einen Handy-Suchti. Kurz nach oben schauen und lächeln. Gut, sie hat gesehen, dass ich sie anlächle. Einfach auf den Boden schauen. Nicht zu lange, sonst denkt sie, ich will ihr nicht in die Augen schauen. Und das „Hallo“, was dann folgt, ist immer ein wenig zu früh oder ein wenig zu spät, so dass man entweder nicht mehr antworten kann oder noch zu lange braucht, bis man aneinander vorbei ist.

  1. Es ist nicht schlimm, zu weinen

Wahrscheinlich etwas, das eher Jungen auf solchen Listen finden. Dabei geht es bei mir eher darum, dass es nicht schlimm ist, wenn ich oft weine.

Denn ich weiß, dass ich nah am Wasser gebaut bin.

Ich mache Witze darüber, dass ich nah am Wasser gebaut bin.

Aber trotzdem finde ich es jedes Mal fürchterlich, wenn ich vor anderen weinen muss oder gar übermäßig emotional werde, sofern es der Situation vielleicht nicht angemessen ist.

  1. Nähen

Meine handarbeitlichen Fähigkeiten beschränken sich zwar eher aufs Socken-Stopfen und Knöpfe-Annähen, aber das kann man ja ändern.

  1. Wie man Sachen allein macht

Essen gehen. Alleine? Ok, dann bestell ich was oder lass es ganz bleiben.

Shoppen? Puh, ein Glück gibt es Online-Shopping, wenn gerade keiner meiner Freunde Zeit hat. Kino? Dann muss ich wohl warten, bis es den irgendwo zu streamen gibt, wenn keiner meiner Freunde den Film sehen will.

Und das ist doch irgendwie traurig, dass ich mir solche Sachen oft verwehre, nur weil Freunde oder Familie dafür gerade keine Zeit haben. Außerdem ist Kino bestimmt sowieso viel toller, wenn neben einem keiner dumme Fragen stellt, weil er irgendwas nicht versteht.

  1. Einen Handstand

Mit 13 konnte ich einen. Jetzt nicht mehr.

  1. Mache „Glücklich sein“ nicht von anderen abhängig

Menschen sind soziale Wesen. Daher ist es in gewissem Maße klar, dass wir uns von anderen beeinflussen lassen und es uns glücklich macht, Zeit mit anderen Menschen zu verbringen. Aber davon sollte Glück nicht abhängig sein.

Nicht nur andere Menschen sollten mich glücklich machen. Sondern auch ich.

  1. Basic Cocktail-Rezepte

Jeder sollte ein paar einfache Cocktail-Rezepte beherrschen.

  1. Nur meine eigenen Schlachten zuschlagen

Denn damit habe ich auf jeden Fall genug zu tun.

Doch es gibt Dinge, bei denen ich das Gefühl habe, dass ich meine Energie in sie setzen muss, obwohl ich gar nicht von ihnen beeinflusst bin und sie mich manchmal auch nichts angehen. Und ich mache es trotzdem. Das ist zeitraubend. Und anstrengend.

  1. Wie man optimistischer ist

Oder zumindest weniger pessimistisch.

Allein diese Liste zeigt meiner Meinung nach eine Veranlagung zum Pessimismus. Warum sonst sollte ich eine Liste über Dinge machen, die ich nicht kann. Anstatt eine über Dinge, die ich kann. Denn es macht einen ganz schön fertig, immer gleich vom Schlimmsten auszugehen.

  1. Spontaner zu sein

Nicht immer probieren, jeden Schritt akribisch zu planen. Weil ich gelernt habe, dass man es meist bereut, wenn man spontane Möglichkeiten nicht ergreift.

  1. Wie man schnell auf Sprachnachrichten antwortet

Sie kommen rein.

Während ich gerade beim Einkaufen bin. Oder bei Freunden. Oder beim Joggen.

Und meistens sind sie auch einfach viel zu lang, um sie sich mal eben schnell anzuhören.

Also wird schnell eine Nachricht getippt, dass ich sie mir noch anhören werde, gerade aber keine Zeit habe.

Und dann vergesse ich es.

Vielleicht sollte ich auch meinen Freunden einfach beibringen, mir keine überlangen Sprachnachrichten zu schicken.

  1. Egoistischer zu sein

Das hört sich jetzt erst mal an wie eine Schwäche beim Bewerbungsgespräch: „Ich sorge mich zu sehr um andere!“ Und das ist auch grundsätzlich keine schlechte Eigenschaft. Aber mit ihr ist es ein wenig wie mit Schokolade. Ein wenig ist ok. Da macht sie sogar Spaß. Aber sobald man die ganze Tafel gefuttert hat, hat man dann doch schnell ein schlechtes Gewissen. Manchmal ist es eben auch wichtig, sich selbst als erstes zu sehen und nicht die anderen.

  1. Wichtige Dinge nicht aufzuschieben

Punkt. Das ist es.

  1. Sich auf die Dinge zu fokussieren, die ich kann – nicht die, die ich nicht kann

Der letzte Punkt auf dieser Liste ist gleichzeitig der, den ich bereits am besten kann. Bei dem ich am weitesten bin.

Der letzte Punkt auf dieser Liste ist der Punkt, der mich hat realisieren lassen, dass diese ganze Liste Quatsch ist.

Sie ist dynamisch entstanden. Ich habe Punkte hinzugefügt, während ich andere geschrieben habe. Und erst dabei habe ich bemerkt, dass es nichts bringt, sich darauf zu konzentrieren, was man nicht kann.

Ich denke zwar immer noch, dass es gut ist, seine Stärken und Schwächen zu kennen. Sich zu kennen. Um zu wissen, woran man arbeiten will.

Aber es so zu tun, wie ich es durch diese Liste getan habe, macht einen auf Dauer nicht glücklich. Sie lässt einen nur das Negative sehen. Stattdessen sollte man sich wohl eher auf die Dinge, die man kann, konzentrieren.

Das ist einfach gesagt. Schwierig umzusetzen.

Ich arbeite daran im Moment, genauso wie an anderen Dingen von dieser Liste. Darauf sollte man sich fokussieren. Woran man arbeitet. Was man besser macht als am Tag vorher.

Denn genau diese Baby-Schritte machen einen glücklicher. Auch auf Dauer.