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FIT DURCHS STUDIUM: Über Hochschulsport und Gesundheitsmythen

Blogvon Nele Jahrsdörfer

In den letzten Teilen unserer Reihe „Fit durchs Studium“ haben wir bereits erfahren, wie wichtig Bewegung, Regeneration und eine ausgewogene Ernährung für Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden sind. Doch Theorie allein reicht nicht, jetzt geht es um die Praxis.

Denn wer im Uni-Alltag wirklich aktiv bleiben möchte, braucht nicht nur Wissen, sondern auch den richtigen Raum, um sich zu bewegen und Neues auszuprobieren. Genau diesen Raum bietet der Hochschulsport an der Universität Würzburg.

Dr. Andreas Petko erklärt uns, warum Bewegung in der Gemeinschaft motiviert, welche Angebote sich besonders für Einsteiger*innen eignen – und weshalb Gesundheit nichts mit Leistungsdruck oder Perfektion zu tun hat. Außerdem verrät er seine persönlichen Tipps für mehr Ausgeglichenheit im Studienalltag und räumt mit gängigen Gesundheitsmythen auf, die sich hartnäckig halten.

Interview

Frage: Der Hochschulsport bietet ja viele Möglichkeiten, sich zu bewegen und neue Leute kennenzulernen. Welche Angebote eignen sich besonderen für Studierende, die einfach etwas für Ihr Wohlbefinden tun möchte, ohne Leistungsdruck?

Der Hochschulsport ist – abgesehen vom Wettkampfbereich – grundsätzlich darauf ausgelegt, anfängerfreundlich zu sein. Die Idee dahinter ist einfach: mit der Semesterkarte erhält man Zugang zu einem breiten Angebot und kann innerhalb eines Semesters viele verschiedene Sportarten ausprobieren. So findet jeder die Aktivität, die wirklich Freude bereitet und genau das ist der wichtigste Schritt, um langfristig dranzubleiben.

Unsere Trainerinnen und Trainer können sehr gut mit Einsteigerinnen und Einsteigern umgehen. Niemand muss sportliche Vorerfahrung mitbringen oder fit genug sein, um anzufangen. Entscheidend ist die Offenheit, etwas Neues auszuprobieren und sich zu bewegen, ganz ohne Leistungsdruck.

Gerade Angebote wie Yoga, Fitness-Training, Schwimmen oder Outdoor-Kurse eignen sich hervorragend, um Stress abzubauen und das eigene Wohlbefinden zu stärken. Bewegung in der Gruppe hat dabei noch einen zusätzlichen Effekt: Man lernt neue Leute kennen, findet Anschluss und erlebt, wie gemeinsames Training motivieren kann.

Darüber hinaus bieten wir über das Semester verteilt immer wieder einzelne Workshops und Sonder-Events an, die natürlich ebenfalls anfängerfreundlich sind. Diese Veranstaltungen sind nicht nur sportpraktisch ausgerichtet, sondern enthalten oft auch theoretische Elemente. So vermitteln wir Wissen, das dabei hilft, Bewegung gezielt und gesundheitsfördernd einzusetzen; vom richtigen Trainingseinstieg bis hin zu Themen wie Regeneration oder Motivation.

Unser Ziel im Hochschulsport ist es, genau diesen Raum zu schaffen: einen Ort, an dem Bewegung Freude macht und jeder willkommen ist, unabhängig vom Leistungsniveau.

Frage: Wenn Sie einem Studienanfänger nur drei Ratschläge für ein gesundes Studium geben könnten, welche wären das?

Erstens: Achte auf Regelmäßigkeit, nicht auf Perfektion.
Ein konstanter Schlafrhythmus, regelmäßige Mahlzeiten und feste Lern- und Bewegungseinheiten wirken auf Dauer stärker als jede kurzfristige Aktion. Der Körper liebt Routinen – sie schaffen Stabilität und Energie.

Zweitens: Beweg dich täglich. 
Das muss kein hartes Training sein. Schon kurze Spaziergänge, kleine Bewegungspausen oder das Fahrrad statt der Straßenbahn machen einen Unterschied. Bewegung ist der einfachste Weg, Stress abzubauen, das Gehirn zu aktivieren und das Wohlbefinden zu steigern.

Drittens: Pflege deinen mentalen Akku. 
Studieren bedeutet Leistung, aber auch Selbstfürsorge. Plane bewusst Pausen ein, gönne dir echte Erholung und such dir soziale Kontakte, die guttun. Erfolg im Studium hängt nicht nur davon ab, wie viel du lernst, sondern auch, wie gut du dich um dich selbst kümmerst.

Ein gesundes Studium entsteht nicht durch einzelne große Schritte, sondern durch viele kleine bewusste Entscheidungen, jeden Tag aufs Neue.

Frage: Was tun Sie persönlich, um im stressigen Unialltag fit zu bleiben. Nennen Sie uns zwei kleine Tricks?

Ich versuche, Bewegung fest in meinen Alltag einzubauen, ganz egal, wie voll der Tag ist. Mein erster Trick ist deshalb simpel, aber wirkungsvoll: Ich starte jeden Morgen mit einer kleinen Bewegungseinheit. Das können zehn Minuten Mobilisation, ein kurzes Workout oder einfach ein Spaziergang an der frischen Luft sein – im Idealfall jedoch Krafttraining. Diese Routine weckt Körper und Geist, sorgt für Fokus und gibt mir das Gefühl, den Tag aktiv zu beginnen, statt nur zu reagieren. Wer morgens sich bereits körperlich anstrengt, den kann tagsüber nichts mehr so schnell aus der Fassung bringen.

Außerdem achte ich abends darauf, mein natürliches Schlafsignal nicht durch künstliches Licht zu stören. Ich nutze eine Blaulichtfilterbrille, sobald es dunkel wird oder ich abends noch am Bildschirm sitze. Das hilft, den Melatoninspiegel stabil zu halten und abends besser zur Ruhe zu kommen. Für mich ist das eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Maßnahme, um fit und erholt zu bleiben.

Frage: Und zum Schluss: Gibt es einen „Gesundheitsmythos“ aus der Sportwelt, den Sie gerne ein für alle Mal richtigstellen würden?

Das gibt es sehr viele, aber ein aktueller Mythos, der in den Medien sehr präsent ist, ist die Vorstellung, dass Gesundheit und Fitness automatisch sichtbar sein müssen. Social Media vermittelt häufig das Bild, dass man nur dann „fit“ ist, wenn man einem bestimmten Körperideal entspricht: definierte Muskeln, Sixpack, perfekte Ernährung. Doch das ist ein Trugschluss. Gesundheit ist weit mehr als das, was man von außen sieht. Viele physiologische und psychologische Faktoren spielen eine Rolle: ein ausgewogener Stoffwechsel, ein stabiles Immunsystem, gute Regenerationsfähigkeit, mentale Ausgeglichenheit und Lebensfreude. Diese Dinge lassen sich nicht in einem Spiegelbild ablesen.

Das Problem an diesem Ideal ist, dass es häufig zu Überforderung, Selbstzweifeln und ungesunden Verhaltensweisen führt. Menschen trainieren zu viel, essen zu wenig oder vergleichen sich permanent mit anderen. Dabei verliert man leicht das Wesentliche aus den Augen: Gesundheit bedeutet, sich im eigenen Körper wohlzufühlen, leistungsfähig zu sein und Freude an Bewegung und Leben zu haben, unabhängig davon, wie das von außen aussieht.